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Saudische "Azzam": Das ist die längste Yacht der Welt

Sie ist 180 Meter lang - und so stattlich, dass selbst der russische Oligarch und Freizeitkapitän Abramowitsch vor Neid erblassen muss: In Bremen wurde die längste Yacht der Welt zu Wasser gelassen. Besitzer der "Azzam" ist ein saudischer Prinz.

Superyachten: Wer hat die längste Fotos
Claus  Schäfe / TheYachtPhoto.com

Hamburg - Drei Luxuslimousinen der Marke Maybach hintereinander oder 17,50 Meter: So groß ist der Längenunterschied zwischen der "Eclipse" des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch und der nagelneuen "Azzam". Die 180 Meter lange Megayacht ist am Freitag bei der Bremer Lürssen-Werft vom Stapel gelaufen und gehört Branchendiensten zufolge dem saudischen Prinzen Walid Ibn Talal. Ein bisschen teurer als die "Eclipse" ist das neue Luxusspielzeug vermutlich auch gewesen, die Schätzungen liegen bei rund 500 Millionen Euro. Die "Eclipse", Baujahr 2009, hatte nur 340 Millionen Euro gekostet - allerdings ohne Extras wie das U-Boot und das Raketenabwehrsystem.

Während über die Inneneinrichtung der "Azzam" noch spekuliert wird, ist über die "Eclipse" schon vieles bekannt: Die Abramowitsch-Yacht ist eine regelrechte Festung, mit zahlreichen Abwehrmöglichkeiten gegen Paparazzi oder Angreifer, aber auch mit Annehmlichkeiten wie Pool, Kino, Partyraum.

Das Dach der Kabine von Abramowitsch lässt sich öffnen, die Gäste können sich auf Motorbooten und Jet-Skis vergnügen und zur Anreise auf einem der beiden Hubschrauberlandeplätze landen. Der Bau bei Blohm + Voss war allerdings recht kompliziert: Zweimal musste das Schiff verlängert werden, damit es nicht schon beim Stapellauf auf den zweiten Platz verwiesen wird, mehrfach musste die Hamburger Werft das Schiff wegen Beanstandungen überarbeiten. Angeblich soll Blohm + Voss mit dem Auftrag sogar Verlust gemacht haben.

Die meisten Superreichen der Welt legen sich Luxusyachten zu, wenn sie mit ihrem Wohlstand prahlen wollen. Der mutmaßliche Besitzer der "Azzam" hatte schon vor sechs Jahren als erster Privatmensch einen Airbus A380 bestellt (Listenpreis circa 200 Millionen Euro), verkaufte das größte Passagierflugzeug der Welt allerdings noch vor der Auslieferung weiter.

Saunalandschaft, Weinkeller, Konzertsaal: Alles an Bord

Es sind vor allem Scheichs und Prinzen aus den Arabischen Emiraten, die die Liste der Besitzer der längsten Yachten der Welt prägen: Auf dem mittlerweile dritten Platz liegt Scheich Mohammed Bin Raschid Al Maktum, Herrscher von Dubai und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Seine Yacht "Dubai" ist nur einen halben Meter kürzer als die "Eclipse" von Abramowitsch. Auch sie hat einen Pool, einen Hubschrauberlandeplatz und Kabinen für mehr als hundert Gäste. Und auch die "Dubai" wurde in Deutschland gebaut: Bei Blohm + Voss und in der Lürssen-Werft.

Die Lürssen-Werft hat derzeit das Quasi-Monopol auf Großyachten, auch das jetzt viertlängste Schiff bauten die Bremer: 2008 übernahm das Sultanat Oman die 155 Meter lange "Al Said" als königliche Yacht. Neben dem obligatorischen Hubschrauberlandeplatz ist über die Inneneinrichtung folgendes bekannt: Es soll eine Saunalandschaft geben, einen Weinkeller, ein Kino und einen Konzertsaal mit Platz für ein 50-köpfiges Orchester. Sicher ist zudem, dass die Zahl der Bediensteten die der Gäste mit 150 zu 65 deutlich übersteigt.

Je kürzer die Yacht, umso mehr Häfen kann sie anlaufen

Einer der hierzulande bekanntesten Eigner einer Megayacht ist der Microsoft-Mitgründer Paul Allen: Er ließ seine "Octopus" (126 Meter, Hubschrauberhangar, U-Boot für acht Personen) ebenfalls in Deutschland bauen, bei der Werft HDW in Kiel - im Auftrag von Lürssen. Als Allen die "Octopus" 2003 in Empfang nahm, bekam er die drittlängste Yacht der Welt - 2013 ist sie auf Platz zwölf abgerutscht. Um Aufsehen zu erregen, muss eine Yacht aber nicht unbedingt sehr groß sein: Die "Venus" des verstorbenen Apple-Chef Steve Jobs ist nur 78 Meter lang - das reicht gerade für Platz 70.

Auf den besten Rang, nämlich auf Platz 9, kommt ein US-Amerikaner, der Film- und Musikproduzent David Geffen. Seine 138-Meter-Yacht "Rising Sun" ist ebenfalls von der Lürssen-Werft gebaut worden - ursprünglich allerdings für den Chef des US-Software-Konzerns Oracle, Larry Ellison. Der hatte fünf Jahre nach einem Käufer für die "Rising Sun" gesucht, um sich 2010 die vergleichsweise winzige "Musashi" bauen zu lassen - mit dem 88-Meter-Schiff (Platz 46 der 100 längsten Yachten) kann der Milliardär nämlich deutlich mehr Yachthäfen anlaufen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Lürssen-Werft habe ihren Sitz in Bremerhaven. Diese Information ist falsch, vielmehr ist Bremen der Hauptsitz. Wir haben die Stelle korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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1. Find ich gut
statler&waldorfmuppets 05.04.2013
bringt Arbeitsplätze: in den Werften, an Bord, in den Häfen und so weiter. Natürlich kann Neid auftreten..so what? Neid muss man sich verdienen, im Gegensatz zum Mitleid.
2. Bremerhaven?
Accan 05.04.2013
Lürssen hat seine Werft in Bremen und nicht in Bremerhaven!
3.
Faxrolle 05.04.2013
Zitat von statler&waldorfmuppetsbringt Arbeitsplätze: in den Werften, an Bord, in den Häfen und so weiter. Natürlich kann Neid auftreten..so what? Neid muss man sich verdienen, im Gegensatz zum Mitleid.
Verdienen? Verdient hat der Scheich gar nichts, da er nichts anderes tut als Öl zu zapfen, auf dem er sitzt. Bekommen tut er trotzdem Milliarden - und zwar von uns - jedes mal wenn wir an der Tankstelle anstehen. Ohne die Petrodollars hätte der werte Mann keine Yacht, sondern nur ein Kamel.
4. das weitgehend sinnfreie Verbrennen von Geld
fd53 05.04.2013
hat im saudischen Königshaus leider Tradition. Man hat ja genug davon. So ist öffentlich kaum bekannt, dass allein im Ausland mehr als 20 nicht gerade kleine Investmentbanken sich (nur) um einen Teil der Gelder kümmern. Mal mit etwas mehr, mal mit etwas weniger Erfolg. Das Pesonal diser Banken ist übrigens absolut international, zum Beispiel sind in der IT der Banken viele Russen beschäftigt. Den Vergleich mit dem Maybach finde ich übrigens unpassend, denn bekanntlich ist dieses Auto auf dem internationalen Markt gescheitert und wird deshalb nicht mehr produziert. Weit interessanter sind dagegend jene Varianten, mit denen die Saudis Geld sinnfrei verbrennen. Das Maximam hat man wohl bisher mit den rund 850 Milliarden Euro erreicht, die für unterirdische Bunkerwohnungen der Bevölkerung ausgegeben würden. Insbesondere britische Projektfirmen haben damit viel Geld verdient, aber auch die bekannte Familie "bin Laden ". Inzwischen verrotten diese Bauwerke. Im übrigen zeigt auch diese Yacht, dass die Forbesliste zum Reichtum hinten und vorne nicht stimmt. Denn real würde das saudische Königshaus mit extremen Abstand an der Spitze stehen. Ein Deutscher mit Wohnsitz Abu Dabi, der gern im Fischrestaurant des Burj al Arab speist und mit einer Russin verheiratet ist, beschäftigt bei einer scheinbar kleinen Bank des saudischen Königshauses könnte das bestätigen - wird aber bestimmt schweigen. Denn Schweigen ist Gold und Reden ist tödlich.
5. Bescheidene Superreiche
Spiegelkritikus 05.04.2013
Zitat von sysopClaus Schäfe / TheYachtPhoto.comSie ist 188 Meter lang - und so stattlich, dass selbst der russische Oligarch und Freizeitkapitän Abramowitsch vor Neid erblassen muss: In Bremen wurde die längste Yacht der Welt zu Wasser gelassen. Besitzer der "Azzam" ist ein saudischer Prinz. http://www.spiegel.de/wirtschaft/neue-megayacht-azzam-die-laengste-motoryacht-der-welt-a-892821.html
Es ist eigentlich unverständlich, wenn sich Milliardäre mit Yachten schmücken, die magere 188 Meter Länge vorzuweisen haben. Ein echter Milliardär muss alle Konkurrenz übertrupfen und eine Yacht mit 300 Meter Länge, mindestens 4 Hubschrauberlandeplätzen, Kajüten für mindestens 400 Passagiere, 10 Pools, drei Konzertsääle, 5 Diskos usw. bauen lassen. Alles andere sind doch Peanuts, für die man sich als Superreicher schämen muss!
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