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04. Februar 2005, 11:50 Uhr

Neue Stromrechnungen

E.on prangert den Staat als Preistreiber an

E.on-Chef Wulf Bernotat will für Millionen Kunden die Stromrechnungen ändern. Künftig soll genau zu erkennen sein, welchen Anteil staatliche Belastungen am Strompreis haben. So will sich Bernotat gegen den Eindruck wehren, dass die Konzerne selbst ihre Kunden abzocken.

Energiemanager Bernotat: Kritik auch am Kartellamt
DDP

Energiemanager Bernotat: Kritik auch am Kartellamt

Hamburg - Wie der E.on-Chef in einem SPIEGEL-Interview sagte, soll auf künftigen Abrechnungen "ganz genau aufgelistet" werden, "welcher Teil des Strompreises auf den Staat entfällt und wie hoch der Anteil für regenerative Energien am Strompreis ist". Bernotat erhofft sich davon eine höhere "Transparenz" und eine "Versachlichung" der hitzigen Diskussion um überzogene Energiepreise.

Der Staatsanteil an den Stromkosten beträgt nach Aussagen des E.on-Chefs inzwischen rund 40 Prozent. Bernotat wehrte sich vehement gegen Vorwürfe, die Gas- und Strompreise in Deutschland seien zu hoch.

Fataler Eindruck

In diesem Zusammenhang erhob der E.on-Chef schwere Vorwürfe gegen das Bundeskartellamt, das seit geraumer Zeit gegen zahlreiche Versorgungsunternehmen ermittelt. "Nach vielen Monaten der intensiven Untersuchungen", so Bernotat, hätten die Ermittler, "immer noch nichts gefunden. Wenn das Kartellamt wettbewerbswidriges Verhalten belegen kann, soll es die Fakten auf den Tisch legen. Falls nicht, soll es die Ermittlungen endlich beenden."

Für E.on sei die Situation fatal, weil durch die lang anhaltenden Untersuchungen der "Eindruck entsteht, wir würden unsere Kunden abzocken."

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