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Neuer Bankchef: Mathematik-Professor leitet die HSH Nordbank

Hans Berger geht, Dirk Jens Nonnenmacher kommt - und zwar aus den eigenen Reihen der angeschlagenen Bank: Der neue Chef war seit 2007 Finanzvorstand der HSH Nordbank und verantwortlich für ihr Risiko-Management. Kritiker bemängeln, hier werde der Bock zum Gärtner gemacht.

Hamburg - Mit Zahlen kennt er sich aus, das sollte man jedenfalls meinen. Seit gut 15 Jahren ist Dirk Jens Nonnenmacher Mathematik-Professor. Nun soll der 45-Jährige die angeschlagene HSH Nordbank aus der Krise führen. Allerdings muss man kein Professor sein, um zu erkennen, das es um diese schlecht bestellt ist: Im dritten Quartal ist die HSH Nordbank in die roten Zahlen gerutscht, musste für die ersten neun Monate des Jahres einen Verlust von 360 Millionen Euro ausweisen.

Neuer Nordbank-Chef Nonnenmacher: Soll nun den Karren aus dem Dreck ziehen.
HSH Nordbank

Neuer Nordbank-Chef Nonnenmacher: Soll nun den Karren aus dem Dreck ziehen.

Auch mit dem Unternehmen kennt sich Nonnenmacher bereits aus, seit Oktober 2007 ist er der Finanzvorstand der Bank. Und zwar ein hochgelehrter: In Deutschland und den USA hat er Mathematik und Medizin studiert. Nach seiner Promotion 1990 und seiner Habilitation 1993 im Fach Mathematik lehrte und forschte Nonnenmacher an Universitäten in Deutschland sowie den Vereinigten Staaten. Zurzeit lehrt er als Honorarprofessor an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Parallel dazu beriet er Unternehmen der Finanzindustrie in den Bereichen Konzernsteuerung, Risikomanagement und Produktentwicklung.

Im Jahr 1998 übernahm Nonnenmacher dann als Bereichsleiter für die Dresdner Bank in Frankfurt am Main und London die globale Entwicklung und Umsetzung der Methoden für das Markt- und Kreditrisiko. Von 2004 an leitete er das Strategische, Risiko- und Financial Controlling der DZ Bank in Frankfurt am Main, bis er 2007 als Finanzvorstand zur HSH Nordbank stieß und dort auch für das Risiko-Management zuständig war.

Die Herausforderung, der sich Nonnenmacher nun stellt, ist groß: Die HSH Nordbank musste neben den Verlusten in der Vergangenheit auch Abschreibungen und Wertberichtigungen über rund 2,6 Milliarden Euro verkraften. Kritiker bemängeln deshalb, dass nach dem Rücktritt vom bisherigen HSH-Nordbank-Chef Hans Berger mit der neuen Nummer eins der Bock zum Gärtner gemacht werden könnte.

kfi/dpa

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