Neuer Broker-Riese Citigroup und Morgan Stanley offenbar vor Einigung

Citigroup und Morgan Stanley stehen angeblich kurz vor der Fusion ihres Brokergeschäfts. Die Gründung wird Insidern zufolge noch in dieser Woche bekanntgegeben. Durch die Kooperation entstünde einer der größten Wertpapierhändler der Welt.


New York - Die Verhandlungen stehen offenbar kurz vor dem Durchbruch: Die US-Bank Citigroup verkauft Insidern zufolge ihre Brokersparte Smith Barney an Morgan Stanley - und will aus dem Deal 2,5 Milliarden bis drei Milliarden Dollar erlösen. Der neue Broker-Riese, der durch die Fusion entsteht, soll einen Wert von 16 bis 20 Milliarden Dollar haben. Der Deal wird Insidern zufolge noch in dieser Woche bekanntgegeben.

Citi-Logo in New York: Teilfusion mit Morgan Stanley noch diese Woche?
Getty Images

Citi-Logo in New York: Teilfusion mit Morgan Stanley noch diese Woche?

Früheren Angaben zufolge soll Morgan Stanley das Gemeinschaftsunternehmen mit einem Anteil von 51 Prozent kontrollieren. Innerhalb der kommenden drei bis sechs Jahre wolle Morgan Stanley dann weitere Anteile von der Citigroup übernehmen, sagte der Gewährsmann. Beide Firmen haben sich bisher nicht zu den Plänen geäußert.

Ein gemeinsames Brokerhaus könnte ohne Abgänge mehr als 23.000 Finanzberater beschäftigen und damit eines der weltweit größten Wertpapier-Provisionsgeschäfte sein. Die Citigroup würde mit der Transaktion ihre Kapitaldecke stärken, während Morgan Stanley seine Einnahmequellen diversifizieren könnte. Zudem könnten beide Geldhäuser Kosten sparen.

Das Geld aus der Fusion könnte die Citigroup gut gebrauchen, hat sie doch im Zuge der Finanzkrise vier Quartale hintereinander Verluste gemacht in Höhe von insgesamt 20,3 Milliarden Dollar. Auch im gerade abgeschlossenen Schlussquartal droht ein Minus. Zur Stützung der Bank hatte der Staat Ende vergangenen Jahres 45 Milliarden Dollar zugeschossen. Auch Morgan Stanley hat im Zuge der Finanzkrise hohe Verluste verbucht.

ssu/dpa-AFX/Reuters



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