Neuer Internet-Zukauf: Holtzbrinck-Gruppe steigt bei Web-Vermieter ein

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Gerade erst hat Holtzbrinck verblüffende 85 Millionen Euro für das Online-Netzwerk StudiVZ ausgegeben – nun folgt ein weiterer, kleinerer Zukauf im Web-Geschäft. Eine Tochterfirma des Verlags hat sich nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen am Mietmarktplatz Erento.com beteiligt.

Hamburg – Als Käufer tritt die Holtzbrinck Ventures GmbH auf, die Risikokapital-Sparte der Stuttgarter Verlagsgruppe ("Die Zeit", "Tagesspiegel"). Sie übernimmt 13 Prozent an der Berliner Erento GmbH, die seit 2003 eine Online-Plattform für Miet- und Vermietgeschäfte betreibt. Nach rund zweimonatigen Gesprächen wurde das Geschäft zum Jahresanfang vollzogen.

Erento-Seite: Erstmals TV-Werbung - dank frischem Holtzbrick-Kapital

Erento-Seite: Erstmals TV-Werbung - dank frischem Holtzbrick-Kapital

Den genauen Kaufpreis für den Anteil wollte Holtzbrinck- Ventures-Geschäftsführer Martin Weber nicht nennen. Er sprach aber von "einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag".

Das Holtzbrinck-Engagement solle Erento dabei helfen, sich weiter als eine Art "eBay des Mietmarktes" zu positionieren, sagte Weber zu SPIEGEL ONLINE. Auf der Erento.com-Seite (Slogan: "Eins, zwei, leih") werden nach Unternehmensangaben derzeit rund 820.000 Artikel und Dienstleistungen angeboten, die gemietet werden können – das Angebot reicht von Gabelstaplern bis hin zur Ferienwohnung und Leiharbeit.

Mehr Werbung, Expansion ins Ausland

Ähnlich wie eBay finanziert sich Erento über Einstellgebühren und Provisionen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher 4500 registrierte Vermieter – darunter Kleinanbieter, aber auch Unternehmen wie Sixt und Obi – und 178.000 angemeldete Mieter. Erento schreibe seit 2004 schwarze Zahlen, sagte Weber.

Das Holtzbrinck-Risikokapital wolle man unter anderem einsetzen, um "offensiver für die Marke zu werben als bisher", sagte Chris Möller, einer der beiden Unternehmensgründer, zu SPIEGEL ONLINE. So werde Erento erstmals TV-Reklame schalten und die Print- und Onlinewerbung verstärken. Außerdem solle die Expansion ins Ausland forciert werden. Voraussichtlich schon im ersten Halbjahr würden Büros in Österreich und der Schweiz eröffnet. Auch die Expansion in Nachbarländer wie Polen und die Niederlande werde geprüft.

Holtzbrinck Ventures ist an rund einem Dutzend Medien- und Internet-Unternehmen wie audible.de, Parship und MyHammer beteiligt. Im August 2006 war das Unternehmen für zwei Millionen Euro bei StudiVZ eingestiegen. Anfang Januar übernahm die Schwesterfirma Holtzbrick Networks dann für rund 85 Millionen Euro sämtliche Anteile an dem Studentennetzwerk. Es war der deutschlandweit bisher größte Deal im sogenannten Web-2.0-Gechäft.

Holtzbrinck Ventures werde sich in naher Zukunft bei weiteren Unternehmen einkaufen, kündigte Geschäftsführer Weber an. "Die Gründerszene im Bereich neue Medien kommt zurück, nachdem sie lange im Winterschlaf war, sagte er: "Dementsprechend sind wir im Moment sehr umtriebig. Sie werden bald andere Sachen von uns hören."

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