Neuer Name: Premiere soll künftig Sky Deutschland heißen
Beinah-Pleite und künstlich aufgeblähte Abonnentenzahlen - in den vergangenen Monaten hat die Marke Premiere an Vertrauen verloren. Nach Informationen aus Branchenkreisen soll der TV-Bezahlsender nun einen neuen Namen bekommen.
München - Medienmogul Rupert Murdoch will nach Informationen eines Branchenkenners den TV-Bezahlsender Premiere in Sky Deutschland umbenennen. Der neue Name solle auf der Hauptversammlung Ende Juni in München beschlossen werden. Ein Sprecher wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren, verwies aber auf einen Prospekt, den der Sender zu seiner im April beschlossenen Kapitalerhöhung herausgegeben hatte.
Premiere-Logo: Der Bezahlsender soll künftig Sky Deutschland heißen
Im Dezember war Premiere knapp einer Pleite entgangen und hatte sich vor Weihnachten mit Banken und Großaktionär Rupert Murdoch auf eine neue Finanzierung geeinigt. Kern dieses Konzepts waren zwei Kapitalerhöhungen, die zuletzt rund 450 Millionen Euro einbrachten. Mit dem Geld will Vorstandschef Mark Williams den Sender nun neu aufstellen. Knapp ein Drittel der neuen Aktien war an eine Tochter der News Corp.
von Murdoch gegangen, deren Anteil dadurch von 29 auf 30,5 Prozent stieg.
Nach tiefroten Zahlen hatte Murdoch im Herbst vergangenen Jahres den alten Vorstand gestürzt und seinen Vertrauten Williams als Chef eingesetzt. Der Australier tauschte nahezu den kompletten Vorstand aus und entfernte fast eine Million Karteileichen aus dem Kundenverzeichnis. Nach der Bereinigung zählte Premiere lediglich 2,4 Millionen Abonnenten.
Nun sollen unter anderem der Vertrieb um- und ausgebaut sowie die Programm- und Preispakete vereinfacht werden. Geplant ist der Neustart dem Vernehmen nach für die Bundesliga-Pause im Sommer.
Williams hatte für Murdoch 2003 bereits den Bezahlsender Sky Italia saniert. In Großbritannien hält die News Corp. 39 Prozent an BSkyB
, der führenden PayTV-Gruppe mit mehr als 8,8 Millionen Abonnenten. In Italien ist Sky Italia mit mehr als vier Millionen Kunden eine hundertprozentige Tochter.
wie/dpa
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