Neues Rettungspaket US-Versicherer AIG bekommt erneut Milliardenhilfe

Bald gehört die AIG ganz dem Staat: Die US-Regierung greift der Versicherung erneut mit einer Finanzspritze unter die Arme. Der strauchelnde Riese braucht 40 Milliarden Dollar - und vermeldete einen Rekordverlust von fast 25 Milliarden Dollar.


Washington - Niedrigere Zinsen und längere Rückzahlungsfristen - das sieht das neue Hilfspaket der US-Regierung vor. Wie die Zentralbank Fed und das Finanzministerium am Montag gemeinsam mitteilten, erhält der angeschlagene Versicherungskonzern American International Group (AIG) nochmals 40 Milliarden Dollar. Das Geld kommt aus dem 700-Milliarden-Dollar Rettungspaket der Regierung. Dafür wird der Staat Teileigentümer bei AIG.

AIG-Gebäude in New York: Gesamtpaket von 150 Milliarden Dollar
AP

AIG-Gebäude in New York: Gesamtpaket von 150 Milliarden Dollar

Laut Medienberichten sieht das veränderte Hilfsprogramm im Wert von dann 150 Milliarden Dollar auch niedrigere Zinslasten und längere Rückzahlungsfristen vor. Es solle das bisherige Paket ablösen, berichteten mehrere US-Medien am Montag übereinstimmend.

Die US-Notenbank hatte den zu den weltweit größten Versicherern zählenden Konzern im September durch ein Darlehen von 85 Milliarden Dollar in letzter Minute vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Gegenzug erhielt der Staat knapp 80 Prozent der AIG-Anteile. Seither waren die Hilfen zweimal durch weitere Geschäfte aufgestockt worden.

Das neue Paket soll das bisherige Kreditvolumen ablösen und den Berichten nach aus drei Teilen bestehen: AIG bekommt eine Kreditlinie von 60 Milliarden Dollar. Überdies erwirbt der Staat Vorzugsaktien für 40 Milliarden Dollar und kauft AIG faule Kreditpapiere für rund 50 Milliarden Dollar ab. Die 80-Prozent-Beteiligung solle zugleich bestehen bleiben, so die Berichte.

Zugleich vermeldete der Versicherungskonzern einen Rekordverlust für das dritte Quartal: Mit einem Minus von 24,5 Milliarden Dollar verbuchte AIG Chart zeigen das vierte Quartalsminus in Folge. Die Verluste summieren sich inzwischen auf insgesamt rund 43 Milliarden Dollar.

Allein Abschreibungen und Wertpapierverluste durch die Finanzkrise beliefen sich im dritten Quartal auf mehr als 15 Milliarden Dollar nach Steuern, wie AIG mitteilte. Der Quartalsverlust fiel weit höher aus als von Experten erwartet. Ein Jahr zuvor hatte AIG noch einen Gewinn von 3,1 Milliarden Dollar erzielt.

sam/AP/dpa-AFX



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