Anhaltende Trockenheit Binnenschiffer leiden unter Wassermangel

Wenig Regen, niedrige Pegel: Binnenschiffer bekommen die Folgen der anhaltenden Trockenheit zu spüren - sie können nur mit weniger Ladung fahren. Wer zu tief im Wasser liegt, bleibt stecken.

Festsitzendes Frachtschiff "Christiane Deymann 2" auf dem Rhein
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Festsitzendes Frachtschiff "Christiane Deymann 2" auf dem Rhein


Die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat auch Folgen für die Binnenschifffahrt. Auf dem Rhein und anderen Flüssen können Güterschiffe nicht mehr voll beladen werden. Die niedrigen Wasserstände wirken sich vor allem bei größeren Schiffen aus.

Das betrifft beispielsweise die Reederei Jaegers mit Sitz in Duisburg. Sie schickt nach eigenen Angaben durchschnittlich 180 Tankfrachter pro Tag über den Rhein. Auf der Strecke südlich von Koblenz könnten diese derzeit nur mit 50 bis 60 Prozent der Maximalladung fahren, sagte ein Mitarbeiter der Reederei. Richtung Niederrhein bis einschließlich Köln sei die Situation besser. Dort könnten etwa drei Viertel der Kapazität genutzt werden.

Einschränkungen für den Schiffsverkehr gibt es auch auf der Elbe. Zwischen Magdeburg und Hamburg können nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Lauenburg Frachtschiffe wegen des Niedrigwassers nur leer fahren. Die Elbe habe auf diesem Abschnitt allerdings nur eine recht geringe Bedeutung für den Frachtverkehr, sagte Amtsleiter Tilman Treber. Die meisten Schiffe nehmen demnach den Mittellandkanal und den Elbe-Seitenkanal. Knapp wird das Wasser auch auf dem Elbe-Lübeck-Kanal, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg meldet - dort saßen sogar Sportboote auf Grund.

Anders als bei Hochwasser werden bei niedrigen Wasserständen allerdings von den Behörden keine Einschränkungen und Sperrungen verhängt. "In der Regel ist die Schifffahrt bis an die physikalische Grenze möglich - so lange die Sicherheit gewährleistet ist", hieß es beim BDB. "Die Durchführung der Fahrt liegt damit in der Verantwortung des Binnenschiffers." Bei Köln war ein Schiffsführer am vergangenen Dienstag nicht vorsichtig genug. Die "Christiane Deymann 2" fuhr sich auf dem Rhein fest und musste teilweise entladen werden, bevor sie wieder frei kam.

Den Ausflugsschiffen auf dem Rhein bereitet das Niedrigwasser bislang keine Probleme. "Alle Anleger können angesteuert werden", sagte Nicole Becker vom Branchenführer Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt.

Kleinwasseraufschlag für Partikuliere

Dass im Sommer das Wasser unter dem Kiel knapp wird, ist natürlich nichts Ungewöhnliches, sagt Roberto Spranzi, Vorstand der Binnenschiffer-Genossenschaft DTG in Duisburg. Die Ladung werde in den meisten Fällen auf mehrere Schiffe verteilt. In der DTG haben sich rund 100 selbstständige Schiffseigentümer, sogenannte Partikuliere, zusammengeschlossen.

Niedriger Wasserstand der Donau bei Regensburg
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Niedriger Wasserstand der Donau bei Regensburg

Bei Niedrigwasser erheben die Schiffseigner den sogenannten Kleinwasserzuschlag als Entschädigung für die nicht volle Auslastung der Schiffe. Das ist nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) in zahlreichen Frachtverträgen verankert.

oka/dpa



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dasfred 14.07.2018
1. Ist es mal wieder so weit
Das Flüsse einen schwankenden Wasserstand haben, im Winter auch gerne mal zufrieren, ist nun mal der Lauf der Natur. Das Problem gibt es, seit Flüsse mit Schiffen befahren werden. Aus dem Grund sind ja auch viele natürliche Flussläufe nach und nach kanalisiert worden, um die Schiffbarkeit im Jahresverlauf zu verlängern.
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