Nokia-Werksschließung Landesregierung zahlt 20 Millionen für Bochum

Der Kompromiss soll wahrscheinlich dazu dienen, das Gesicht zu wahren: Der Handy-Hersteller Nokia hat sich nach der Schließung seines Bochumer Werkes mit Nordrhein-Westfalen darauf geeinigt, 20 Millionen an die Stadt Bochum zu bezahlen - die Landesregierung will die gleiche Summe beisteuern.


Düsseldorf - Für Nokia wird es billiger, als zunächst zu erwarten war: Eigentlich hatte die Regierung von Nordrhein-Westfalen 60 Millionen Euro von dem finnischen Unternehmen gefordert. Nun wird Nokia Chart zeigen 20 Millionen bezahlen und zusätzlich die Erlöse aus dem Verkauf des riesigen Bochumer Werksgeländes zur Verfügung stellen. Gemeinsam mit dem Zuschuss der Landesregierung sollten die Mittel eingesetzt werden, um die Region finanziell zu unterstützen, teilten die Landesregierung und der Konzern am Donnerstag mit.

Schranke vor Nokia-Werk
DPA

Schranke vor Nokia-Werk

Die Entschädigung hatte die Landesregierung gefordert, weil Nokia ihrer Meinung nach weniger Arbeitsplätze geschaffen hat als vereinbart. Seit 1989 sollen insgesamt rund 88 Millionen Euro an öffentlichem Zuschuss geflossen sein.

Das Ministerium hatte mit einer Klage gedroht, falls Gespräche über Zukunftsperspektiven für den Standort und die Region nicht eingehalten würden. Das hat Nokia nun abgewendet. Beide Seiten erklärten die Auseinandersetzung offiziell für beendet.

Insgesamt kostet die Nokia-Werksschließung damit deutlich über 200 Millionen Euro. Der Konzern hatte bereits einen Sozialplan von 200 Millionen Euro für die rund 2300 Bochumer Angestellten vereinbart. Nokia stimmte der Gründung einer Transfergesellschaft zu, in der arbeitslose Mitarbeiter nach Ablauf der Kündigungsfrist zwölf Monate lang beschäftigt werden.

Die letzte Schicht im Bochumer Werk endete bereits am 15. Mai. Offiziell wurde der Standort allerdings erst am 30. Juni geschlossen. Der finnische Nokia-Konzern hatte Mitte Januar angekündigt, aus Kostengründen die Produktion nach Rumänien zu verlegen. Mit dem Rückzug von Nokia hat Deutschland als Produktionsstandort für Handys endgültig ausgedient.

cvk/dpa-AFX/dpa/AP



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