Öffentlicher Dienst Streikfreude im Westen größer als in Sachsen

Der Streik im Öffentlichen Dienst, der im Südwesten begann, greift wohl bald auf andere Bundesländer über: Mitglieder der Gewerkschaft Ver.di entscheiden sich in zwei weiteren Urabstimmungen dafür, die Arbeit niederzulegen - in Sachsen fiel das Ja-Votum verhältnismäßig niedrig aus.


Berlin - In Baden-Württemberg wird seit Montag gestreikt, dann folgte das Saarland. Nun steht der erste Streik im Öffentlichen Dienst seit 1994 kurz davor, auf andere Länder überzugreifen: Auch die Beschäftigten in Hamburg und Sachsen entschieden sich dafür, Forderungen nach der 40-Stunden-Woche mit einem Ausstand abwehren wollen.

Von den 1400 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten von Stadtreinigung und Stadtentwässerung in Hamburg hätten 94,7 Prozent für einen Arbeitskampf gestimmt, teilte Ver.di mit. Einem Streik in beiden Betrieben ab Dienstag stehe damit nichts mehr im Wege.     

Stimmzettel in Hamburg: 1400 Beschäftigte entschieden, ob der Müll in der Millionenstadt weiter abgeholt wird
DDP

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Bereits am Montag könnte es zu Streiks von Landesmitarbeitern im Raum Zwickau in Sachsen kommen. Dort stimmten nach Gewerkschaftsangaben 80,9 Prozent der Mitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf. Zur Urabstimmung aufgerufen waren Beschäftigte von mehreren Straßenmeistereien in Westsachsen, die auch für den Winterdienst zuständig sind.

Ver.di fordert die Übernahme des 2005 geschlossenen Tarifvertrags mit Bund und Kommunen durch das Land. Zugleich soll so durchgesetzt werden, dass die Tarifverträge zur Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld wieder aufleben. In Sachsen gibt es rund 90.000 Landesbedienstete.     

In Baden-Württemberg ging der erste Streit im öffentlichen Dienst seit 14 Jahren heute in den vierten Tag. Ver.di will die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden abwehren. Die öffentlichen Arbeitgeber wollen sie ausweiten, um Geld zu sparen. In Baden-Württemberg hatten sich bei einer Urabstimmung 95 Prozent der teilnehmenden Beschäftigten für den Ausstand entschieden.

itz/rtr



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