Ökostrom: Biogas-Krise - Marktführer verliert 40 Prozent an Wert

Dramatischer Kursverfall in der Biogasbranche: Der größte deutsche Anlagenbauer Schmack gab eine Gewinnwarnung heraus, die Aktie stürzte daraufhin um 40 Prozent in die Tiefe. Auch Konkurrenten wurden mit nach unten gezogen.

Schwandorf - Schmack Biogas hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt, weil weniger Landwirte Biogasanlagen bestellt haben als angenommen. Das Unternehmen rechnet nun nur noch mit einem Umsatz von 140 bis 150 Millionen Euro, wie die Gesellschaft in Schwandorf mitteilte. Zuvor hatte Schmack 150 bis 170 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Biogasanlage bei Anklam: Wichtiges Standbein im Bereich der erneuerbaren Energien
DDP

Biogasanlage bei Anklam: Wichtiges Standbein im Bereich der erneuerbaren Energien

Die Biogasbranche ist nach der Windkraft das zweite große Standbein im Bereich der erneuerbaren Energien. Der aus Biomasse gewonnene Strom macht rund 22 Prozent des gesamten Ökostroms in Deutschland aus. Zum Vergleich: Die Solarenergie kommt nur auf vier Prozent, die Windkraft auf rund 57 Prozent. Rentabel ist die Technik vor allem dank der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Betreiber von Biogasanlagen sind in der Regel Landwirte.

Genau hier scheint Schmack jedoch Nachfrage-Probleme zu haben. Nach Angaben des Unternehmens hakt es insbesondere beim Absatz kleinerer Anlagen. Schmack wolle sich deshalb in Zukunft stärker auf Großanlagen fokussieren, teilte das Unternehmen mit. Diese brächten allerdings geringere Margen ein, sagte ein Sprecher. Schmack rechnet daher mit einem operativen Verlust von sechs Millionen Euro in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr hatte die Firma einen operativen Gewinn von 4,4 Millionen Euro und einen Umsatz von 90 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Aktie von Schmack Biogas brach nach der Mitteilung um 40 Prozent ein und erholte sich auch am Nachmittag kaum. Bereits gestern vor Veröffentlichung der Gewinnwarnung hatte der Aktienkurs bei hohen Umsätzen deutlich nachgegeben. An der Börse wurde daraufhin über mögliche Insidergeschäfte spekuliert. "Wir werden uns den Sachverhalt routinemäßg anschauen", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Infolge der Gewinnwarnung bei Schmack brachen heute auch die Aktien des Konkurrenten EnviTec ein. Das Unternehmen konnte den Kursrückgang immerhin stoppen, nachdem es seine eigene Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigte. "Die aktuelle Geschäftsentwicklung entspricht weiterhin der Unternehmensplanung", teilte die Gesellschaft mit.

EnviTec war vor knapp zwei Wochen an die Börse gegangen. Am Nachmittag notierten die Titel des Unternehmens bei 43,75 Euro, das waren 14 Prozent weniger als am Vortag.

wal/dpa-AFX

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Forum - Kann Ökostrom Deutschlands Energieproblem lösen?
insgesamt 3045 Beiträge
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1.
Gabri 21.02.2007
Im Jahr 2005 betrug der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland 6.6% (BMU-Bericht 01/07). Diese Zahl bezieht sich auf die Stromerzeugung, die Wärmebereitstellung sowie die Kraftstoffe. Seit 1998 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt, was über diesen doch recht langen Zeitraum allerdings erschreckend wenig ist. Die höchsten Zuwächse finden sich absolut in der Stromerzeugung (insbesondere Windkraft und Solarenergie), relativ gesehen in der Kraftstofferzeugung Biodiesel, Pflanzenöl und Ethanol). Realistische Vorstellungen gehen dahin, bis 2020 25 bis 30 % der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien abzudecken, bis 2050 will man die Hälfte des Primärenergiebedarfs aus regenerativen Quellen decken. So weit so gut. Das bedeutet aber auch, dass selbst bei diesen sehr optimistischen Schätzungen Deutschland wohl kaum eine Vollversorgung erreichen kann und infolge dessen stets auf Importe angewiesen sein wird, egal ob es sich um bis dahin vermutlich knapp gewordenes Erdöl/Erdgas, Atomstrom oder regenerative Energien aus Ländern mit besseren Ressourcen, Flächen, Solarausbeute, Wasserkraft o.ä. handelt. Unter diesen Umständen wäre eine genaue Kosten/Nutzenanalyse der heimischen Möglichkeiten wichtig. Zum Beispiel die Frage, welche regenerativen Energien ausgebaut werden sollten und welche besser auch in Zukunft besser importiert werden. Beispielsweise gehören die deutschen Böden zu den fruchtbarsten der Welt und es wäre ernsthaft zu überlegen, ob man sie z.B. für den Rapsanbau vergeuden sollte und sich stattdessen nicht besser auf die Produktion hochwertiger Lebensmittel konzentrieren sollte um diese dann zu exportieren und gegen Energien einzutauschen. Länder wie Spanien mit diesen riesigen Dürregebieten eignen sich nun mal weitaus besser für Photovoltaik als die Norddeutsche Tiefebene und die Alpenregionen bieten bessere Möglichkeiten für Wasserkraft. Offshore-Windanlagen sind dagegen eine gute Option für Deutschland, ebenso aufgrund der Mehrheit der Böden dezentrale Geothermie-Anlagen für den einheimischen privaten und öffentlichen Wärmegewinn. Vorsichtig wäre ich dagegen bei dem verstärkten Einsatz von Holz (Pellets). Ein relativ waldarmes Land wie Deutschland kann hier im Verhältnis zu Skandinavien nur beschränkt punkten. Deshalb wäre ich auch vorsichtig mit dem möglichen Ziel der energetischen Unabhängigkeit. Diese wird in Deutschland nicht erreichbar sein ohne den Nachteil der Unwirtschaftlichkeit. Zum Ausbau regenerativer Energien würde ich ein klares Ja sagen, aber immer mit der Einschränkung, dass wir nicht den Ausbau jeder Energiequelle unbedingt fördern sollten, dieses nur im Verbund mit den europäischen Nachbarn.
2. Alles was geht ! Ökostrom sofort !
17 Träume 21.02.2007
Zitat von GabriIm Jahr 2005 betrug der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland 6.6% (BMU-Bericht 01/07)... Unter diesen Umständen wäre eine genaue Kosten/Nutzenanalyse der heimischen Möglichkeiten wichtig. Zum Beispiel die Frage, welche regenerativen Energien ausgebaut werden sollten und welche besser auch in Zukunft besser importiert werden. Beispielsweise gehören die deutschen Böden zu den fruchtbarsten der Welt und es wäre ernsthaft zu überlegen, ob man sie z.B. für den Rapsanbau vergeuden sollte und sich stattdessen nicht besser auf die Produktion hochwertiger Lebensmittel konzentrieren sollte um diese....
Ökostrom ist ja ein kleiner Teil bezogen auf die Primärenergieverbäuche Deutschlands, aber ein Anfang. Sie haben völlig Recht, daß eine Vollversorgung viel Schritte und Effizienzverbesserungen braucht. Es gibt bereits Studien, die auch unser Umweltminister kennt, welche z.B. Biogas klar präferiert (bis 2020 sind 10% Anteil geplant obwohl heute nur 1% Beitrag hieraus resultiert). Ebenso wie Kraftstoffe aus Biomasse (BtL statt Biodiesel) ist Biogas sehr umweltfreundlich in der Herstellung und in der Flächeneffizienz sowie Speicherfähigkeit und bietet hohe Nutzungsausbeuten aus vielfältigen pflanzlichen Rohstoffen. Hierzu gibt es im März eine Neujustierung durch die Politik, die auch eine Verbesserung von Wärmeeinsatz bzw. ein Wärmeinspeisegesetz erwarten lässt aufgrund der hohen Wirkungsgrade von Kraftwäremkopplungsanlagen, die Strom und Wärme gleichzeitig produzieren. ein ausführlicher Beitrag über die Energiemöglichkeiten http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=967925#post967925 eigene Ideen für politische Sofortrahmensetzungen http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=974921#post974921
3.
aloa5 21.02.2007
Zitat von sysopDie Energieversorgung in Deutschland ist in hohem Grad von Importen abhängig. Neben der klimaschädlichen Braunkohle und der hoch subventionierten Steinkohle sind die erneuerbaren Energien der einzige relevante heimische Energieträger. Sollten sie deshalb stärker ausgebaut werden - auch wenn das teuer ist?
Und wo bzw. wie viele Windkrafträder lassen sich aufstellen ? Begrenzt. Solaranlagen ? Nun - auf Dächern wird es bei derzeitigem Klimawechsel wohl immer interessanter. Neuere Häuser haben meisst welche auf dem Dach. Längerfristig kann dies vielleicht ein relevanter Faktor werden. Geht aber nur langsam vorwärts und hängt mit den Stückpreisen und unserem Wohlstand zusammen. Auto - keine wirkliche Lösung in Sicht. Wir können gar nicht ausreichend Raps u.ä. herstellen - auch wenn es mit Verknappung (und verteuerung) der Ressourcen (China,Indien) durchaus die landwirtschaftliche Beschäftigungsalternative sein kann (und lohnend dazu). [[Was machen eigentlich die arabischen Ölstaaten mit Ihrem Geld, wenn das Öl (die Geldquelle) versiegt ist ? (habe ich mich schon immer gefragt.... Krieg? Oder werden dort Solaranlagen aufgebaut und wir so versorgt ? ) ]] Ich finde, man muss dies nicht auf biegen und brechen fördern. Mit der Winkraft wird viel Subventionsbetrug mit Mafia-Ähnlichen Kartellen getrieben. Solaranlagen auf Dächern können durchaus helfen. Bei steigenden Rohstoff- und Strompreisen wird evtl. das ganze sogar im Verhältnis immer billiger. Etwas fördern: ja - erzwingen: nein. Wenn es sich wirklich lohnt, dann kommt es später automatisch. Grüsse ALOA
4. 100% regenrativ ist machbar !
17 Träume 21.02.2007
sagt auch Prof.Dr. Hohmeyer, der einen UN-Bericht über die sinnvollsten Maßnahmen weltweit verfassen wird bis 2010 im Auftrag der IPCC. http://www.innovations-report.de/html/berichte/energie_elektrotechnik/bericht-79206.html
5. Biogas bringt Strom oder Wärme
17 Träume 21.02.2007
he nachdem man es ins Gasnetz einspeist um z.B Haushalte zu beheizen oder aber Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Das Potential von Biogas allein liegt laut einer aktuell veröffentlichten Studie europaweit bei + 100% Ersatz des Erdgasverbrauchs + 2 Mio Arbeitsplätze zusätzlich + Wertschöpfung von 63 Milliarden € + bereits bis 2020 Kyoto allein hierdurch zu erfüllen (10% zusätzliche CO²-Einsparung) + Zusatzeinkommen für Landwirte statt subventionierten Nahrungsmittelüberschüssen http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,4339566,00.html nicht genannter Nebeneffekt sind Speicherfähigkeit wie auch Grundlastfähigkeit, ökologischer Kreislauf möglich durch Wiederausbringung von Restkompost auf die Fläche. Das heißt sehr effizient ließen sich 25% des Primärenergieverbrauchs (ohne zusätzliche Einsparungen) bis 2020 decken. Biogas nach vorn !
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