Online-Händler Ebay schockt mit Gewinnwarnung

Die wirtschaftlichen Turbulenzen treffen auch Ebay: Der Online-Händler kassiert seine Wachstumsprognosen. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft befürchtet der US-Konzern sogar erstmals sinkende Einnahmen.


San Jose - Ebay schreibt das Weihnachtsquartal ab: Der Konzern kürzte seine Umsatzprognose für die eigentlich stärkste Geschäftssaison und rechnet in den kommenden drei Monaten nun mit einem Gewinn deutlich unter den Markterwartungen.

Ebay-Logo: "Ein sehr schlechtes Signal"
AP

Ebay-Logo: "Ein sehr schlechtes Signal"

Die wirtschaftlichen Turbulenzen beeinträchtigten alle Geschäftsbereiche, sagte Ebay-Chef John Donahoe. Es gebe ein hohes Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit und Unruhe am Absatzmarkt und dies habe Auswirkungen auf die Ausgaben. Dies werde sich bis in das kommende Jahr fortsetzen, ergänzte Donahoe.

Branchenexperten zeigten sich von dem Ausblick enttäuscht und sahen darin eine Bestätigung dafür, dass Ebay von einer weltweiten Rezession schwer getroffen ist. "Es ist ein sehr schlechtes Signal für 2009", sagte Jeffrey Linsdsay von Sanford C. Bernstein. Die Zahlen zeigten, dass Ebay offensichtlich mehr Boden an den Rivalen Amazon und Online-Angebote von Unternehmen verliere, meinte Portfolio-Manager Ryan Jacob.

Im dritten Quartal erzielte Ebay allerdings noch einen Überschuss von 492 Millionen Dollar. Im Vorjahr war wegen Abschreibungen auf die Internet-Telefonie-Tochter Skype ein Minus von 936 Millionen Dollar angefallen. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zu. Mit Blick auf die düsteren Prognosen fiel die Ebay-Aktie nachbörslich dennoch um rund fünf Prozent, nachdem sie bereits im Tagesverlauf um knapp 14 Prozent auf 15,33 Dollar abgestürzt war. Seit Jahresbeginn büßte Ebay damit mehr als die Hälfte seines Börsenwerts ein.

In der vergangenen Woche hatte der Konzern den Abbau von weltweit rund zehn Prozent seiner Stellen sowie zwei Übernahmen für insgesamt rund 1,3 Milliarden Dollar angekündigt. Die Kosten dafür belasten das Ergebnis zusätzlich. Wegen der Wachstumsprobleme änderte Ebay in diesem Jahr bereits sein Gebührenmodell. Dennoch sank der Wert aller verkauften Waren zuletzt erstmals leicht. Weil das klassische Geschäft mit Versteigerungen lahmt, setzt Ebay vermehrt auf normale Verkäufe zu Festpreisen wie bei anderen Online-Händlern.

suc/dpa-AFX/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.