Online-Netzwerk: MySpace-Gründer treten ab

Die Gründer des Online-Netzwerks MySpace geben die Unternehmensführung aus der Hand. Beobachter gehen davon aus, dass der Rücktritt nicht ganz freiwillig erfolgt. Nachfolger an der Firmenspitze wird ein Ex-Manager des Konkurrenten Facebook.

New York - Das Online-Netzwerk MySpace bekommt eine neue Führungsspitze. Laut "Wall Street Journal" soll Owen Van Natta, ein früherer Manager des Konkurrenten Facebook, neuer MySpace-Präsident werden.

MySpace-Gründer DeWolfe (l.) und Anderson: Gegenüber der Konkurrenz an Boden verloren
AP

MySpace-Gründer DeWolfe (l.) und Anderson: Gegenüber der Konkurrenz an Boden verloren

Zuvor war bekannt geworden, dass die Gründer die Unternehmensführung aus der Hand geben. Chris DeWolfe werde "in naher Zukunft" als Vorstandschef zurücktreten und als strategischer Berater arbeiten, berichtete MySpace am Donnerstag. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma des Medienkonzerns News Corp. Chart zeigen. Über die künftige Rolle des derzeitigen Präsidenten Tom Anderson rede man noch. Gründe für den Führungswechsel nannte das Unternehmen nicht.

Der Rücktritt der beiden Gründer dürfte aber alles andere als freiwillig sein. Ursprünglich wären DeWolfes und Andersons Verträge erst im Oktober ausgelaufen. Doch die Start-up-Chefs stehen seit langem unter hohem Druck. Der einstige Branchenprimus hat in den vergangenen vier Jahren gegenüber dem Konkurrenten Facebook immer mehr an Boden verloren. Weltweit liegt Facebook bereits weit vor MySpace, und auch in den USA dürfte es bald soweit sein.

Grund sind nicht zuletzt interne Streitigkeiten zwischen den beiden Gründern und dem Medienkonzern News Corp., der das Web-Portal für gut 650 Millionen Dollar gekauft hat. So ignorierte DeWolfe lange Verbesserungsvorschläge des Medienmanagers Ross Levinsohn - und verzögerte Berichten zufolge sogar einen 900 Millionen Dollar schweren Werbe-Deal, den News Corp. mit Google eingefädelt hatte.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, fühlten sich die Gründer durch News Corp. zu sehr eingeengt. Sei seien wütend gewesen, dass ihre Aktienoptionen gleich nach der Übernahme eingefroren wurden und sie selbst von Santa Monica nach Beverly Hills ziehen sollten.

MySpace hat nach eigenen Angaben 220 Millionen Nutzer. Allerdings hat das Portal enorme Schwierigkeiten, die Reichweite in relevante Umsätze umzumünzen. Im vergangenen Quartal schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

wal/ssu/dpa-AFX

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