Paradise Papers Niederlande prüfen 4000 Steuerdeals

Jüngste Enthüllungen lassen Zweifel an Steuerpraktiken in den Niederlanden laut werden. Die Regierung des Landes kündigt nun eine umfassende Überprüfung an.

Mark Rutte
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Mark Rutte


Als Reaktion auf die Enthüllungen der Paradise Papers überprüfen die Niederlande 4000 Steuerdeals mit Unternehmen und ausländischen Organisationen. Dies teilte die Regierung des Landes mit. Wegen der Paradise Papers waren die Niederlande aufgrund ihrer günstigen Steuerregeln für internationale Konzerne in die Kritik geraten.

Anfang 2018 will das Finanzministerium das Parlament über die Ergebnisse der Prüfungen informieren. Das Ministerium kündigte an, zwei EU-Richtlinien zur Steuervermeidung umzusetzen.

Die Regierung von Ministerpräsident Mark Rutte wolle "die Situation, in der sich Firmen einen Sitz in den Niederlanden auf dem Papier beschaffen", beenden, schrieb Finanzstaatsekretär Menno Snel in einem Brief an das Parlament.

Laut einem Bericht der Zeitung "Trouw" hatte unter anderem der Konsumgüterkonzern "Procter & Gamble" 2008 ein "Geheimabkommen" mit den niederländischen Behörden geschlossen, das ihm 145 Millionen Euro an Steuern ersparte. "Procter & Gamble" wies die Berichte über seine Steuerpraktiken als "falsch" zurück.

Auch der Sportartikelhersteller Nike soll mithilfe der Niederlande Millionen an Steuern gespart haben. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte darüber berichtet, wie Nike mithilfe der Kanzlei Appleby bei der Steuervermeidung vorgeht: Demnach nutzt der Konzern dafür die für US-Konzerne attraktiven Gesetze in den Niederlanden. Nike teilte mit, es habe sich an Recht und Gesetz gehalten.

Endlich Verständlich: Was Sie über die #ParadisePapers wissen müssen

asa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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aschie 09.11.2017
1. An Recht und Gesetz gehalten
Ok das habt ihr .Ich brauche keine Nike Schihe kaufe nicht bei Amozon Google une Facebook braucht eh keiner . Und dann wird sich die Steuerlast der Konzerne vieleicht auf marktwirtschaftliche weise veringern. Weniger Umsatz weniger Gewinn wenieger Steuern .Könnte ganz einfach sein.
guenther2009 09.11.2017
2. Es kann und darf doch nicht sein,
dass fast alle unsere Politiker auf allen Augen blind sind. Ich stelle auch die Frage ob hier nicht STA eingreifen muss, da hier doch eine Ungleichheit entstanden ist.Ich muss alle Steuern bezahlen und die Reichen machen sich vom Acker.
Tante_Frieda 09.11.2017
3. Es wird Zeit
Es wird Zeit,dass die Niederlande und andere Oasen in der EU derartige Steuerdeals nicht nur "überprüfen",sondern schnellstens abschaffen,um bei den Bürgern noch einen Hauch von Glaubwürdigkeit zu behalten - Stichwort "Wertegemeinschaft"!Da hat man jahrzehntelang - zu Recht - der Schweiz ihre Tricksereien für Konzerne und reiche Privatiers vorgehalten;nun sollte man endlich auch im eigenen Laden kehren.
hevopi 09.11.2017
4. In unserer Gesellschaft stimmt doch etwas nicht,
der Normalverdiener zahlt brav immer mehr Steuern (Progression bei Gehaltserhöhung), das mittelständige Unternehmen wird immer stärker belastet, die Regierungen werden aufgefordert, mehr in die Infrastruktur zu investieren und die Superreichen lachen sich über soviel Blödheit der Regierungen und der Bevölkerung kaputt. Wenn das die Zukunft der Gesellschaft ist, wundert es mich nicht, dass in der Politik immer mehr Menschen daran zweifeln, ob es denn mit rechten Dingen zugeht.
ttvtt 09.11.2017
5. Wettbewerbsverzehrung
Der eine Konzern reduziert seine Steuerlast immens, weil er so große Umsätze macht, dass er mit den Staat über seine Steuern verhandeln kann. Die kleinere Firma kann das nicht. Es mag zwar von den Steuergesetzen legal sein, vom Gleichheitsprinzip nicht. Es sollte daher, derjehninge verklagt werden, der für diese Wettbewerbsverzehrung verantwortlich ist.
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