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Peinliche Panne: Bloomberg erklärt Apple-Chef für tot

Die US-Finanzagentur Bloomberg hat versehentlich einen Nachruf auf Steve Jobs veröffentlicht. Ein peinlicher Fehler - der Apple-Chef lebt natürlich noch. Allerdings kämpfte er kürzlich mit Krebs - und verheimlichte die Krankheit lange vor den Aktionären.

Hamburg - Es ist ein Fauxpas, der für Aufregung sorgt: Am Mittwochnachmittag, um 4.27 Uhr (New Yorker Zeit), erklärt das News-Portal Bloomberg Steve Jobs für tot. Auf einem der wichtigsten US-Dienste für Wirtschaftsnachrichten ist plötzlich ein Nachruf auf den Apple-Chef online.

In dem ausführlichen Dokument würdigt Bloomberg Steve Jobs' Lebenswerk. Dem Apple-Chef sei es unter anderem zu verdanken, dass "Computer heute so leicht zu bedienen sind wie Telefone". Zudem habe Jobs Konsumenten an die Nutzung digitaler Musik herangeführt und das Design von Mobiltelefonen einschneidend verändert. Ein Leser reicht das Dokument an das US-Klatschportal Gawker weiter, über das sich die Meldung rasant im Netz verbreitet.

Die Lobeshymne sorgt für Verwirrung unter den Lesern - dann nimmt Bloomberg die Meldung wieder von der Seite und veröffentlicht an seiner Stelle eine recht vage Erklärung: Man habe eine "unvollständige Geschichte, in der es um Apple geht, versehentlich veröffentlicht", heißt es darin. Auch der Nachruf selber zeigt, dass an der Falschmeldung nichts dran ist: In ihm finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass Bloomberg neue Informationen über Jobs Gesundheitszustand vorliegen.

Dass ein Nachruf auf Steve Jobs existiert, ist für sich genommen nicht ungewöhnlich. Viele große Medienhäuser schreiben für bekannte Persönlichkeiten solche Artikel vor. Stirbt ein Prominenter, haben sie so schnell einen Nachruf parat.

Der verfrühte Jobs-Nachruf ist allerdings eine sehr makabere Panne: Erst kürzlich hatte es Spekulationen über seinen Gesundheitszustand gegeben. Im Juni, bei der Vorstellung der neuen iPhone-Generation, wirkte der Apple-Chef ausgemergelt. Medien und Blogs spekulierten daraufhin über eine mögliche Wiederkehr seiner Krebserkrankung. Jobs dementierte.

Der Apple-Chef war vor einigen Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hat die Krankheit aber nach eigenen Angaben vollständig besiegt. Allerdings hielt er seine Krankheit neun Monate lang vor den Apple-Aktionären geheim, wofür ihn viele kritisierten. Die Causa Jobs löste seinerzeit sogar einen Streit darüber aus, wann genau schwere Erkrankungen von Firmenchefs als börsenrelevante Informationen einzustufen sind.

Der aktuelle Vorfall ist für Bloomberg noch aus einem anderen Grund peinlich: Zusammen mit dem Nachruf veröffentlichte die Agentur eine Liste mit potentiellen Ansprechpartnern, die man im Falle von Jobs' Todesfall kontaktieren könnte, um Statements einzuholen.

Auf der Liste finden sich unter anderem die Kontaktdaten von Apple-Mitgründer Steve Wozniak, Oracle-Chef Larry Ellison und dem kalifornischen Generalbundesanwalt und Althippie Jerry Brown. Die Liste zeige vor allem eins, ätzt Gawker: "Offenbar hat Bloomberg nicht von sehr vielen Leuten eine Handy-Nummer."

ssu

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