Personal Service Agenturen Jedes Sozialamt ist erfolgreicher

Die im April eingerichteten privaten Personal Service Agenturen (PSA) als Kernstück des Hartz-Konzepts zur Reformierung des Arbeitsmarkts halten offenbar nicht das, was ihre Erfinder versprochen haben. In Berlin zum Beispiel haben die 35 PSAs von 797 Kandidaten gerade einmal zwei in feste Stellen vermitteln können.


Für Kritiker reine Geldverschwendung: Pertsonal Service Agenturen im Arbeitstamt
DDP

Für Kritiker reine Geldverschwendung: Pertsonal Service Agenturen im Arbeitstamt

Berlin - Insgesamt konnten die insgesamt 55 Agenturen in der Region Berlin und Brandenburg bisher lediglich 14 Arbeitslose in feste Jobs vermitteln, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. Durch die 35 Berliner PSA sind sogar nur zwei Stellen vermittelt worden, bestätigte Landesarbeitsamtssprecher Olaf Möller dem Blatt. Auf der Warteliste dieser Firmen stünden dagegen in Berlin 797 Arbeitslose, in der Region 1151. Bundesweit sind mit Stand von Ende Juli 6100 Menschen in den PSA registriert.

Für die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Sibyll Klotz, sind die PSA ein Flopp. "Bei solchen Ergebnissen muss man von reiner Geldverschwendung sprechen", sagte sie. Selbst Arbeitsämter, fast jedes Sozialamt und jeder Beschäftigungsträger könnten größere Erfolge nachweisen. Offenbar gebe es für die PSA kein Konzept.

Kritiker hatten bereits mehrfach beanstandet, dass die Agenturbetreiber neun Monate lang von Arbeitsämtern pro Arbeitslosen Zuschüsse erhalten - je nach Branche zwischen 900 und 1300 Euro monatlich. Die Erwerbslosen gelten als PSA-Angestellte und verschwinden damit aus der Arbeitslosenstatistik.



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