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Personalabbau: Sat.1 will Nachrichten streichen

Die neuen Eigentümer von Europas größter Fernsehgruppe ProSiebenSat 1 Media machen Druck: Nach dem Willen der Finanzinvestoren KKR und Permira wird massiv Personal abgebaut - und die Nachrichtenprogramme sollen wegfallen.

Hamburg - Die Mitarbeiter der Sendergruppe ProSiebenSat 1 Media Chart zeigen müssen sich auf schlechte Nachrichten gefasst machen. Nach SPIEGEL-Informationen sollen in der kommenden Woche Details zum anstehenden Personalabbau bekannt gegeben werden.

Satellitenschüsseln von ProSieben und Sat.1: 30 Prozent Rendite angestrebt
REUTERS

Satellitenschüsseln von ProSieben und Sat.1: 30 Prozent Rendite angestrebt

Dem Renditedruck der neuen Eigentümer, den Finanzinvestoren KKR und Permira, sollen dabei vor allem die Informations- und Nachrichtenprogramme zum Opfer fallen. Beim kriselnden Kanal Sat.1 soll etwa die quotenstarke Sendung "Sat.1 am Mittag" einem Insider zufolge ganz wegfallen. Die rund 35 Mitarbeiter sind angeblich leicht zu kündigen, ihre Verträge laufen im November aus.

Gestrichen werden sollen auch "Sat.1 am Abend" und "Sat.1 News – Die Nacht"; bei der "Blitz"-Redaktion stehen womöglich ebenfalls Kürzungen an. Mit Nachrichtenchef Thomas Kausch verhandelt der Sender derzeit über seine Entlassung.

Von den Plänen zum Jobabbau seien konzernweit bis zu 200 Mitarbeiter betroffen, heißt es im Haus, davon etwa 60 bei Sat.1 – das entspräche dort rund einem Viertel der Belegschaft. An diesem Montag wird der Betriebsrat vorab informiert, für Freitag ist eine Betriebsversammlung in Berlin geplant.

Vor Monaten hatten Finanzchef Lothar Lanz und Permira-Deutschland-Chef Thomas Krenz noch versichert, es werde keinen Jobabbau geben. Mittlerweile räumt aber selbst Konzernchef Guillaume de Posch ein, dass ein solcher Schritt bevorsteht. Er will die Rendite in den nächsten Jahren von derzeit 22,2 Prozent auf bis zu 30 Prozent steigern. Auf dem Konzern lasten zudem über vier Milliarden Euro Schulden.

Durch die gerade vollzogene Fusion mit dem TV-Konzern SBS, die im Konzern unter dem Arbeitstitel "One World" betrieben wird, sollen weitere Stellen wegfallen. Trotz der Sparpläne will sich der Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung etwas höhere Gehälter genehmigen lassen: Künftig soll jedes Mitglied 100.000 Euro im Jahr fest bekommen, die variable Vergütung entfällt. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter kassieren dann künftig je 200.000 Euro. Zum Vergleich: 2006 verdienten von den 15 Mitgliedern des Gremiums neun weniger als 100.000 Euro.

wal

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