Personalien: Deutsche Bank inthronisiert neue starke Männer

Sie hatten sich in der Nähe von Nizza versammelt und debattierten über die Zukunft ihres Institutes: Bei einer Klausurtagung in Südfrankreich hat die Führungsriege der Deutschen Bank mehrere Änderungen im Top-Management beschlossen.

Vorstandsboss Ackermann: Wer die Ziele verfehlt, der fliegt
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Vorstandsboss Ackermann: Wer die Ziele verfehlt, der fliegt

Frankfurt am Main/Nizza - Josef Ackermann war am Vormittag voll des Lobes für seine eigene Leistung. Nach der Klausurtagung strich der oberste Deutschbanker vor allem eines heraus: Man wolle und werde den Heimatmarkt Deutschland dank neuer Strukturen und neuer Zuständigkeiten stärken. "In Deutschland haben wir eine Struktur geschaffen, die durch die enge Koordination aller Bereiche einen verbesserten Auftritt in unserem wichtigen Heimatmarkt sicherstellt", sagte der Bankchef.

Zuvor hatte die Bank offiziell bekannt gegeben, was Insider schon seit Tagen vermuteten: Jürgen Fitschen wird die Gesamtverantwortung für das Inlandsgeschäft übernehmen. Seine Aufgabe: Das Image des Branchenprimus aufzupolieren und als zentraler Ansprechpartner vor allem für Großkunden zu fungieren. Diese hatten vielfach geklagt, die Deutsche Bank Chart zeigen vernachlässige ihre Belange.

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Neuer Inlandschef Fitschen: Auf Forderungen der Großkunden reagiert
Deutsche Bank

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Außerdem beschloss das Top-Management, dass Anshu Jain und Michael Cohrs künftig das Investmentbanking gemeinsam leiten. Wie erwartet wird der bislang für das Aktiengeschäft zuständige Kevin Parker die Leitung der Vermögensverwaltung übernehmen. Bisher wurde dieser Bereich von Tom Hughes geführt, der aus persönlichen Gründen um eine Beurlaubung gebeten habe, aber Mitglied im erweiterten Vorstand bleibe, so die Mitteilung.

Jain und der unter anderem für das Geschäft mit Unternehmensfinanzierungen und das weltweite Abwicklungs- und Wertpapierverwahrgeschäft zuständige Cohrs waren schon bisher die einflussreichsten Personen im erweiterten Konzernvorstand, der sich aus den vier Konzernvorständen und den sieben Leitern der operativen Unternehmensbereiche zusammensetzt. Beide würden nun noch unangreifbarer, hieß es.

Aktienkurs reagiert positiv

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten im eigentlichen Vorstand bleiben unverändert. Demnach agieren neben Ackermann als Vorstandsvorsitzender Clemens Börsig als Finanzvorstand, Hermann-Josef Lamberti als Chief Operating Officer (COO) und Tessen von Heydebreck als Chief Administrative Officer. Auch die Segmentberichterstattung ändert sich nicht.

Investoren reagierten positiv auf die Umbesetzungen. Sie sehen darin ein Zeichen, dass Ackermann einen stärkeren Fokus auf das Privatkundengeschäft im Inland legt, um die Bank unabhängiger von den sehr schwankenden Erträgen im internationalen Investmentbanking zu machen. "Der Druck dazu kam sicher nicht nur vom Aufsichtsrat. Wenn die Bank in ihrem Heimatmarkt nicht stark ist, wie will sie insgesamt weiter wachsen?", sagte Andreas Thomae, Fondsmanager bei der zur HVB gehörenden Activest. Die Aktien der Deutschen Bank legten am Dienstag um 0,6 Prozent auf fast 60 Euro zu und gehörten damit zu den größten Kursgewinnern im Deutschen Aktienindex.

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