Pharma: Pfizer bestätigt Kaufpläne für Impfstoff-Hersteller Wyeth
Es wäre zweitgrößte Übernahme in der Geschichte der Pharmaindustrie: Pharmariese Pfizer will den Konkurrenten Wyeth kaufen und bietet dafür satte 68 Milliarden Dollar. Pfizer hofft so auf einen Befreiungsschlag.
New York - Für Pfizer wäre Wyeth
bereits die dritte Mega-Übernahme innerhalb von zehn Jahren nach Warner-Lambert im Jahr 2000 und Pharmacia drei Jahre später. Das Geschäft hat laut Berichten von "New York Times" und "Wall Street Journal" einen Wert von rund 68 Milliarden Dollar. Pfizer
finanziere die Übernahme mit einer Kombination aus Bargeld und Aktien.
Pfizer Erfolgsprodukt Lipitor: Aufschlag von 29 Prozent auf die Wyeth-Aktie
Dem "Wall Street Journal" zufolge will Pfizer 50,19 Dollar je Wyeth-Aktie zahlen - ein Aufschlag von 29 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Insgesamt sei Pfizer bereit, 66,75 Milliarden Dollar für die Transaktion zu bezahlen, berichteten beide Zeitungen. Pfizer steht wie auch andere Pharmariesen schwer unter Druck durch konkurrierende billigere Nachahmermedikamente (Generika). Mit dem Kauf von Wyeth bekommt Pfizer Zugang zu neuen Mitteln und Geschäftsfeldern.
Außerdem erhofft sich der Branchenführer jährliche Einsparungen von vier Milliarden Dollar, schreibt die "New York Times". Die größte Herausforderung steht Pfizer allerdings noch bevor: Das Top-Medikament Lipitor wird womöglich schon 2011 seinen Patentschutz verlieren. Dann dürften dem Viagra-Hersteller auf einen Schlag Milliarden an Umsätzen wegbrechen.
Seine gegenwärtige Führungsposition in der Pharmaindustrie verdankt Pfizer Zukäufen. Dazu gehört der Kauf des US-Rivalen Warner-Lambert im Jahr 2000 für rund 88 Milliarden Dollar - die bislang teuerste Übernahme in der Branche. Drei Jahre später war es der US-Konzern Pharmacia für etwa 60 Milliarden Dollar. Mit der Übernahme von Wyeth würde Pfizer die Branche erneut aufmischen und möglicherweise eine neue Fusionswelle unter den Unternehmen einleiten. In Deutschland wurde Pfizer zuletzt als einer der Kandidaten für eine Übernahme des Ulmer Arzneimittelherstellers Ratiopharm gehandelt.
Die Wyeth-Übernahme wäre nun die größte in den USA seit einigen Jahren und die erste bedeutende seit der Verschärfung der Finanzkrise im vergangenen Jahr. In der Krise waren die Banken nicht mehr bereit, die für solche Geschäfte nötigen Milliardenkredite zu vergeben. Für den Wyeth-Kauf habe sich Pfizer eine Finanzierung von 22,5 Milliarden Dollar sicher können, hieß es. Für den Fall, dass das Geschäft noch scheitern sollte, erklärte sich Pfizer laut "New York Times" zur außergewöhnlich hohen Rücktrittszahlung von 4,5 Milliarden Dollar
cvk/Reuters/dpa-AFX
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