Philip Morris Niederlage vor dem Berufungsgericht

Im Rechtsstreit um Entschädigungszahlungen für einen Raucher hat Philip Morris eine weitere Niederlage einstecken müssen. Ein Berufungsgericht bestätigte jetzt die ursprünglich ausgesprochene Höhe des Strafgelds in Höhe von 79,5 Millionen Dollar.


Strafgeld entspricht dem Gewinn in zwei Wochen: Philip Morris Zentrale
AP

Strafgeld entspricht dem Gewinn in zwei Wochen: Philip Morris Zentrale

Salem (Oregon) - Die Richterin in dem damaligen Raucher-Prozess hatte die von den Geschworenen festgesetzte Summe - seinerzeit die bisher höchste in einem derartigen Verfahren - als exzessiv bezeichnet und auf 32 Millionen Dollar gesenkt. Das Berufungsgericht kam indessen zu dem Schluss, dass die Philipp Morris auferlegte Strafe durchaus tragbar sei: Sie entspreche ungefähr dem Profit, den das Unternehmen innerhalb von zweieinhalb Wochen mache.

Zusammen mit Entschädigungszahlungen, die ihnen die Jury damals ebenfalls zugesprochen hatte, erhalten die Hinterbliebenen nun eine Gesamtsumme von 80 Millionen Dollar - vorausgesetzt, der Betrag hat im möglichen weiteren Berufungsverfahren Bestand. Philip Morris hat noch die Möglichkeit, die Entscheidung vom Mittwoch beim höchsten Berufungsgericht in Oregon anzufechten.

Der Amerikaner war 1997 im Alter von 67 an Lungenkrebs gestorben, nachdem er über 40 Jahre lang ein Philipp-Morris-Zigarettenprodukt geraucht hatte. In dem Prozess war dem Hersteller angelastet worden, die Verbraucher über die Folgen des Rauchens getäuscht zu haben.



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