Phoenix-Skandal Gefängnisstrafen für Ex-Führungskräfte

Im Prozess um den Anlagebetrug beim Finanzdienstleister Phoenix Kapitaldienst sind zwei ehemalige Führungskräfte zu Haftstraften verurteilt worden. Bei dem Skandal sollen 7000 Anleger um rund 123 Millionen Euro geprellt worden sein.


Frankfurt am Main - Das Landgericht Frankfurt am Main hat den früheren Firmenprokuristen, Michael Milde, wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu sieben Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die ehemalige Geschäftsführerin, Elvira Anna Ruhrauf, wurde wegen Untreue zu zwei Jahren und drei Monaten verurteilt, wie das Gericht mitteilte. Allein von Juli 2004 bis Januar 2005 sollen knapp 7000 Anleger um rund 123 Millionen Euro geprellt worden sein.

Ex-Prokurist Milde, ehemalige Geschäftsführerin Ruhrauf (im Hintergrund): Anleger um Millionen geprellt
DDP

Ex-Prokurist Milde, ehemalige Geschäftsführerin Ruhrauf (im Hintergrund): Anleger um Millionen geprellt

Das gesamte Ausmaß des Skandals ist allerdings weit größer: Der Schaden liegt nach Angaben der Anklage bei rund 300 Millionen Euro. Unter den Geschädigten waren viele Kleinanleger. Das Gericht blieb mit seiner Entscheidung leicht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den ehemaligen Prokuristen acht Jahre Haft gefordert und für die Geschäftsführerin zwei Jahre und neun Monate.

Die Verteidiger der Angeklagten hatten auf Freispruch plädiert. Sie hatte im Prozess die Schuld auf den früheren Unternehmenschef geschoben, den bei einem Flugzeugabsturz getöteten Firmengründer Dieter Breitkreuz.

Der Prokurist hatte gestanden, die Anleger zusammen mit Breitkreuz mittels fiktiver Konten hinters Licht geführt zu haben. Tatsächlich wurde nur ein Bruchteil der Anlagesumme in vermeintlich gewinnträchtige Termingeschäfte investiert.

tim/AP/dpa



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