Plüschtier-Flaute: Hersteller von WM-Löwe Goleo ist pleite

Einem bayerischen Stofftierfabrikanten hat die Fußballweltmeisterschaft kein Glück gebracht: Der Hersteller des WM-Maskottchens Goleo ist pleite. Grund ist angeblich die mangelnde Nachfrage nach dem Löwen.

Coburg – Der Goleo-Hersteller Nici AG aus dem oberfränkischen Altenkunstadt stellte heute beim Amtsgericht Coburg Insolvenzantrag. Begründet wurde das Schreiben des Vorstands mit akuter Zahlungsunfähigkeit, sagte ein Gerichtssprecher.

WM-Maskottchen Goleo: Mehr Spott als Begeisterung
DPA

WM-Maskottchen Goleo: Mehr Spott als Begeisterung

Am Stammsitz in Altenkunstadt arbeiten 350 Mitarbeiter für Nici, weltweit rund 550. Das Familienunternehmen wurde 1986 gegründet. Bereits gestern hatte es Zahlungsschwierigkeiten eingeräumt und einen Insolvenzantrag erwogen.

Zu den Ursachen der finanziellen Schwierigkeiten wollte sich eine Sprecherin nicht äußern. Einem Bericht des "Obermain-Tagblattes" aus Lichtenfels zufolge haben Absatzschwierigkeiten und hohe Lizenzgebühren für das WM-Maskottchen Goleo zu der Schieflage beigetragen. Nici hat von der Fifa die Exklusivlizenz für Produktion und Vertrieb des Plüschlöwen erworben, den die amerikanische Jim Henson Company entworfenen hat.

Das Stofftier hatte in der Öffentlichkeit seit seiner Vorstellung mehr für Spott als für Begeisterung gesorgt. Moniert wurde unter anderem die Tatsache, dass der Löwe keine Hose trägt.

Ob jedoch der mangelnde Verkauf des Löwen tatsächlich der Hauptgrund für die Pleite des Herstellers Nici ist, ist noch unklar. Das Unternehmen ist mittlerweile auch ins Visier der Justiz geraten. Der Staatsanwaltschaft Hof liege eine Anzeige wegen des Verdachts der Bilanzfälschung vor, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Die Anzeige stamme von einem Anwalt. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit die strafrechtliche Relevanz der Vorwürfe.

ank/ddp/dpa-AFX

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