Poker um Schering Bayer verklagt Merck

Das Ringen um die Übernahme von Schering steuert auf einen Showdown zu. Bis Mitternacht muss Bayer 75 Prozent der Aktien zusammenhaben, um den Deal im ersten Anlauf durchziehen zu können. Konkurrent Merck aber hat weitere Anteile gekauft. Nun geht der Streit vor Gericht.


Berlin/New York – Bayer Chart zeigen hat am späten Dienstagabend in New York Klage gegen den Konkurrenten Merck KGaA Chart zeigen eingereicht. In der Klage vor dem US-Bezirksgericht beschuldigt der Leverkusener Konzern seinen Konkurrenten, die Schering-Übernahme auf illegale Weise verhindern zu wollen. Merck versuche, ausreichend Schering Chart zeigen-Aktien aufzukaufen, um das 16,3-Milliarden-Euro-Angebot Bayers platzen zu lassen.

Medikamente von Merck, Schering: Kann Bayer sich durchsetzen?
DDP

Medikamente von Merck, Schering: Kann Bayer sich durchsetzen?

Zugleich betreibe Merck verdeckt selbst die Vorlage eines Angebots, was einen Verstoß gegen US-Recht bedeute, so Bayer. Merck habe bewusst die Offenlegung von Informationen bezüglich seiner Zukäufe von Schering-Aktien verzögert und wesentliche Details ausgelassen.

Bis Mitternacht muss Bayer 75 Prozent der Schering-Anteile kontrollieren, um die Mindestannahmequote für die Übernahme zu erreichen. Mittlerweile habe sich Bayer bis Dienstag den Zugriff auf insgesamt 55,53 Prozent der Schering-Anteile gesichert. Am Montag aber konnte Bayer noch auf 60,15 Prozent der Anteile zählen. Damit haben erneut einige Schering-Aktionäre ihre Zusage zur Andienung ihrer Anteile wieder zurückgezogen. Direkt besitzt Bayer nun 25,76 Prozent des Schering-Aktienkapitals – eine Sperrminorität.

Wenning: Wir gehen auch in die Verlängerung

Falls das am Abend auslaufende Übernahmeangebot scheitere, wolle man ein Pflichtangebot vorbereiten, teilte der Konzern am Morgen mit. Man sei vorbereitet auf "eine zweite Runde", so Konzernchef Werner Wenning. Ziel sei nach wie vor die vollständige Übernahme. Bayer hatte zuletzt an der Börse weitere Schering-Aktien zu Preisen von 86 bis 87 Euro gekauft - mehr als im ursprünglich offeriert. Falls die Übernahme zunächst scheitert, würde ein neues Angebot wohl deutlich teurer. Es würde außerdem die Pläne Bayers zur Neuordnung seiner Pharma-Sparte verzögern.

Auch Merck hat seine Anteile aber weiter aufgestockt und hält nun bereits rund 22 Prozent an Schering, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damit nähert sich auch Merck der entscheidenden Sperrminorität von 25 Prozent.

itz/AP/AFP/Reuters


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.