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Preisexplosion: Milliardär fordert Verbot von Rohstoffspekulation

George Soros wettert gegen Spekulanten: Mit ihren Geschäften treiben sie die Preise, kritisiert er in einem Interview - "das ist so, als ob man in einer Hungerkrise heimlich Lebensmittel hortet, um mit den steigenden Preisen Profite zu machen".

Für Soros sind die Konsequenzen klar: Der Handel mit Rohstoffen solle den amerikanischen Pensionsfonds verboten werden, sagte die Wall-Street-Legende George Soros dem "Stern". "Auch Hedgefonds sollten höhere Mindesteinsätze zahlen, wenn sie in Rohstoffmärkte investieren wollen."

Milliardär Soros: "Fluch der Rohstoffe"
AP

Milliardär Soros: "Fluch der Rohstoffe"

Die politischen Folgen der Spekulation sind seiner Meinung nach dramatisch: Die steigenden Preise stabilisieren autoritäre, korrupte Regime wie etwa in Venezuela, Iran oder Russland. "Es ist wie ein Fluch der Rohstoffe. Es ist regelrecht pervers", sagte Soros.

Außerdem ist der Milliardär davon überzeugt, dass die Turbulenzen am Finanzmarkt noch lange nicht beigelegt ist. "Wir stecken mitten in der tiefsten Finanzkrise seit den dreißiger Jahren", sagte er dem Magazin. Auch die Krise auf dem Immobilienmarkt sei noch nicht ausgestanden: Seiner Meinung nach werden im kommenden Jahr zwei Millionen Hausbesitzer zahlungsunfähig. "Ich glaube, wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Preisverfalls am Häusermarkt erlebt. Es findet gerade eine gewaltige Vernichtung von Vermögen statt."

Soros' Vermögen wird auf rund 8 Milliarden Dollar geschätzt. Berühmt geworden ist der Milliardär im Jahr 1992, als er mit einer Spekulation gegen das britische Pfund die Bank of England in die Knie zwang.

cvk/ots

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