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Preisverfall: Euro-Inflation sinkt zum ersten Mal unter null Prozent

Energie ist billiger geworden, Nahrungsmittel auch: Erstmals seit der Einführung des Euro vor zehn Jahren ist die Inflationsrate unter null Prozent gefallen. Damit liegt die Teuerungsrate deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank.

Luxemburg - Das Minus kommt nicht unerwartet: Im Euro-Raum ist die Inflation im Juni erstmals in den negativen Bereich gesunken. Die Jahresteuerungsrate sei auf minus 0,1 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg auf Basis einer ersten Schätzung mit. Experten hatten mit einer Rate von minus 0,2 Prozent gerechnet.

Einkaufszentrum in Hannover: Billige Nahrungsmittel und Energie drücken Inflationsrate
DDP

Einkaufszentrum in Hannover: Billige Nahrungsmittel und Energie drücken Inflationsrate

Grund für den Rückgang der Teuerungsrate dürfte wie in den vergangenen Monaten vor allem die günstigeren Energie- und Nahrungsmittelpreise sein, die 2008 noch deutlich gestiegen waren. Allerdings läuft dieser Effekt langsam aus.

Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) birgt die gegenwärtige Entwicklung keine nennenswerten Risiken für das mittelfristige Ziel der Preisstabilität - weder in Richtung Deflation noch in Richtung höhere Inflation. Die Notenbank hat in diesem Zusammenhang zuletzt vor allem darauf verwiesen, dass die Inflationserwartungen in der Euro-Zone fest in der Nähe der EZB-Preisstabilitätsnorm verankert sind. Die Notenbank sieht Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent.

Vor diesem Hintergrund schließen die meisten Beobachter weitere geldpolitische Lockerungen aus, nachdem der EZB-Leitzins inzwischen bei nur noch ein Prozent liegt und die Notenbank zudem eine Reihe zusätzlicher expansiver Maßnahmen beschlossen hat. Insofern werden auch von der auswärtigen EZB-Ratssitzung am Donnerstag in Luxemburg keine großen Nachrichten erwartet.

In Deutschland lag die Preissteigerung im Juni nach einer ersten Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden bei 0,1 Prozent. Im direkten Vergleich von Mai auf Juni ergab sich eine Steigerung der Preise von 0,4 Prozent. Vor allem die gesunkenen Ölpreise sorgten auf Jahressicht für Entspannung an der Preisfront.

sam/dpa/Dow Jones

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