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Pressebilder: Tops und Flops der Finanzkrisen-Fotografie

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Fotojournalisten haben weltweit ihr Bestes gegeben, um die globale Finanzkrise originell zu illustrieren. Einige Bemühungen sind gelungen, andere eher nicht. SPIEGEL ONLINE hat die Highlights gesammelt - und die skurrilsten Bilder.

Berlin - Sicher, man kann die Schuld an der aktuellen Finanzkrise nicht wirklich den Händlern an den globalen Börsen zuschieben. Aber mal im Ernst gefragt: Wie viele Fotos von sich windenden, verärgerten, entsetzten und verzweifelten Börsianern können wir noch ertragen?

Während der vergangenen zwei Wochen, in denen die Finanzmärkte stillstanden und die Aktienmärkte Achterbahn fuhren, haben uns Zeitungen, Webseiten und Fernsehnachrichten Fotos von Börsianern geliefert, die ihre Augen verdecken, ihre Münder schockiert aufreißen oder ihre Arme verzweifelt in die Luft werfen.

Auf der anderen Seite bleibt es eine große Herausforderung, ein Thema wie die Finanzkrise zu bebildern. Immerhin geht es um exotische Geldprodukte, von denen die wenigsten zuvor gehört haben, und um Kapitalströme, deren Dimensionen kaum vorstellbar sind. "Es ist eine schwierige Aufgabe", so Martin Oeser, Fotograf der Nachrichtenagentur DDP, zu SPIEGEL ONLINE. "Es gibt immer neue Themen. Aber manchmal hat man den Eindruck, es gibt einfach keine Motive mehr."

Oeser fotografiert seit 2002 das Treiben in der Frankfurter Börse. Er hat Glück, denn das Parkett ist die Heimat einiger besonders ausdrucksstarker Händler, von denen manche durch ihre Grimassen auch schon außerhalb Deutschlands Berühmtheit erlangten.

Aber in den vergangenen Wochen scheinen die Fotografen von gängigen Abbildungen der Finanzkrise etwas abzuweichen. Zum Beispiel ist da ein Bild einer Bank, die sich kopfüber in einer Pfütze spiegelt. Besonders beliebt sind auch Banker mit Regenschirmen. Oder dunkle Wolken über Weltstädten. Alles, was die Wirtschaft im freien Fall symbolisieren kann.

"Manchmal sitzt du zwei Stunden da und siehst nichts, was du fotografieren kannst", sagt Kai Pfaffenbach zu SPIEGEL ONLINE. Er fotografiert seit 13 Jahren die deutsche Börse für die Agentur Reuters. "Aber ich finde, es gibt eine Menge origineller Bilder. Zum Beispiel der Dax-Index, der mit einem Notausgangsschild verschmilzt. Aber es stimmt, es ist schwierig ein Motiv zu finden, das noch kein anderer hatte."

Da wäre zum Beispiel ein Spielzeugbulle mit seinem Kopf in der Schlinge, der an einem Computer hängt. Ein anderes Foto zeigt einen ähnlichen Bullen mit halb abgerissenem Kopf. Diese speziellen Bilder, einige von Pfaffenbach geschossen, brachten die verantwortlichen Händler sogar in gewisse Schwierigkeiten. Denn die kleinen grünen Spielzeuge waren eigentlich als Werbegeschenke gedacht.

Und trotzdem: Für eine Geschichte mit relativ wenig visuellem Reiz waren das genau die Motive, nach denen Redakteure gesucht haben. Der kleine grüne Bulle hatte weltweit seinen Auftritt auf diversen Titelseiten. "Wenn jemand etwas finden sollte, was ich noch nicht in meinen 13 Jahren bei der Frankfurter Börse fotografiert habe, geb' ich ihm einen aus", so Pfaffenbach.

SPIEGEL ONLINE nimmt ihn beim Wort und zeigt eine Auswahl der besten - und der schlechtesten - Fotos, die die Berichte über die Finanzkrise schmücken sollen.

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