Private Post Springer-Verlag schreibt Pin ab

Aus für die Pin Group: Die Verhandlungen über die Zukunft des privaten Postdienstleisters sind vorerst gescheitert. Der Axel-Springer-Verlag teilte mit, man habe "kein gemeinsames tragfähiges Finanzierungskonzept für die Fortführung des Geschäfts" gefunden.


Berlin - Der Hauptgesellschafter der Pin Group, der Axel-Springer-Verlag, teilte heute mit, im Rahmen einer Pin-Verwaltungsratssitzung sei deutlich geworden, "dass die Gesellschafter kein gemeinsames tragfähiges Finanzierungskonzept für die Fortführung des Geschäfts der Pin Group gefunden haben". Dies werde sich auch negativ auf den Gewinn auswirken. Für Springer ergibt sich voraussichtlich ein Abschreibungsbedarf von bis zu 620 Millionen Euro.

Protestierende Pin-Zustellerin: Rund 9000 Mitarbeiter von der Insolvenz bedroht
AP

Protestierende Pin-Zustellerin: Rund 9000 Mitarbeiter von der Insolvenz bedroht

Der Verwaltungsrat von Pin war heute Morgen der Frage nachgegangen, ob und zu welchen Konditionen der Springer- Verlag seinen Mehrheitsanteil abgeben könnte. Die Pin Group mit ihren rund 9000 Mitarbeitern ist von der Insolvenz bedroht, seit Springer am Freitag angekündigt hatte, kein Geld mehr in das verlustbringende Unternehmen stecken zu wollen. Nach früheren Angaben hatte das Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren rund 620 Millionen Euro in die Pin Group investiert.

Der Berliner Verlagskonzern hält knapp zwei Drittel der Aktien von Pin. Der bisherige Pin-Vorstandschef und Mitgesellschafter Günter Thiel hatte dem Springer-Verlag angeboten, zumindest einen Teil der Springer-Anteile für einen symbolischen Preis zu übernehmen.

Thiel strebte gemeinsam mit dem bisherigen Management eine stabile Mehrheit an dem Luxemburger Unternehmen Pin an, um es weiterführen zu können. Dazu wollte er Berichten zufolge aus eigener Tasche einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hatte Thiel sogar sein Angebot nachgebessert - ohne Ergebnis. Die Gespräche seien am Widerstand des Springer Verlags gescheitert, der sich aus dem Briefgeschäft komplett zurückziehen will. Die übrigen Pin-Gesellschafter, etwa die WAZ-Gruppe, die Verlagsgruppe Rheinische Post und der Madsack-Verlag, hatten Springer aufgefordert, entweder weitere Mittel zur Verfügung zu stellen oder Anteile an Thiel zu verkaufen.

kaz/dpa/AP/AFP



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