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Produzenten-Weltrangliste: Deutsche Maschinenbauer verdrängen die Japaner

Der deutsche Maschinenbau strotzt vor Kraft – und rechnet 2007 mit einem neuen Rekordjahr, dem vierten in Folge. Erstmals konnte die Branche im weltweiten Vergleich auf Platz zwei vorrücken. Die Verlagerung von Jobs ins Ausland ist erstmal gestoppt.

Hannover - Dieter Brucklacher war in Rekordlaune. Als der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Vormittag auf der Hannover Messe auftrat, verkündete er: Mit einem Produktionsvolumen von 180 Milliarden Euro habe der deutsche Maschinenbau erstmals Platz zwei im Vergleich der weltgrößten Produzenten eingenommen. Japan mit 174 Milliarden Euro sei auf Platz drei verwiesen worden. Die USA liegen mit 271 Milliarden Euro auf Platz eins.

Maschinenbau (bei Siemens in Erfurt): Viele Erfolge - doch die Angst vor Produktpiraten aus China bleibt
AP

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Mit einem Wachstum von prognostizierten vier Prozent 2007 steht die Branche vor dem vierten Rekordjahr in Folge. Die Prognose könne auch noch steigen, sie sei "nicht in Stein gemeißelt", sagte Brucklacher. Die Auftragseingänge der Branche liegen laut VDMA-Präsident "nach wie vor im zweistelligen Bereich". Er hoffe auf eine Fortsetzung des Wachstums auch 2008.

Die Geschäfte der Branche laufen so gut, dass der Trend zu Produktionsverlagerungen ins Ausland gestoppt wurde. "Auslandsengagements dienen gegenwärtig primär dem Service und Vertrieb", sagte der VDMA-Präsident.

Brucklacher warnte aber vor einem zu hohen Abschluss in der laufenden Tarifrunde. Er forderte einen "moderaten Abschluss" mit erfolgsbezogenen Komponenten. Die Branche beschäftigt rund 885.000 Menschen in Deutschland. 2007 erwartet der Verband einen Aufbau von 10.000 Job, falls genug Qualifizierte zu finden sind.

Er klagte über die immer größere Belastung der deutschen Maschinenbauer durch Plagiate vor allem aus China. Inzwischen sei es ein Trend, "komplette Maschinen mehr und mehr nachzubauen", sagte Brucklacher. Bei 75 Prozent der Plagiate wurde China als Herkunftsland genannt, vor Taiwan und Korea mit je 12 Prozent.

Absatzmarkt der Plagiate ist zu 49 Prozent China. Mit einer Kampagne unter dem Motto "Choose the Original" will der VDMA für den Kauf von Originalteilen und -maschinen werben.

itz/AP/ddp

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