Prognose für 2009 Handy-Absatz steigt auf über eine Milliarde

Kein anderes Hightech-Produkt ist so allgegenwärtig wie das Mobiltelefon: Einer neuen Studie zufolge wird der weltweite Handyabsatz bis 2009 auf über eine Milliarde Geräte pro Jahr steigen. Für das laufende Jahr erwarten Experten ein Absatzplus von stattlichen 16 Prozent.


Telefonierender Inder: Das Land wird laut einer Prognose 2009 nach den USA der größte Handymarkt sein
AFP

Telefonierender Inder: Das Land wird laut einer Prognose 2009 nach den USA der größte Handymarkt sein

Egham/Hamburg - Nach einer Studie der Technologieberatung Gartner hält der Boom der Handybranche an. Im laufenden Jahr werde die Zahl der verkauften Telefone weltweit bei 778,75 Millionen Stück liegen. Damit wüchse der Markt deutlich stärker als von den meisten Analysten noch zu Beginn des Jahres angenommen.

Bis Ende 2009 werde der Absatz auf 1,041,5 Milliarden Stück ansteigen. "Damit ist das Mobiltelefon definitiv das gängigste elektronische Gerät auf dem Planeten", so Gartner Analyst Ben Wood. Insgesamt werde es 2009 etwa 2,6 Milliarden Handynutzer geben.

Ein starkes Wachstum erwartet Gartner insbesondere bei Telefonen für das breitbandige UMTS-Netz sowie bei sogenannten Smartphones, die auch über E-Mail und Kalenderfunktionen verfügen. Der Absatz von UMTS-Handys werde 2006 auf hundert Millionen Stück steigen. Die Zahl der verkauften Smartphones klettere bis 2008 auf 200 Millionen Einheiten.

Wood zufolge sind mehrere Entwicklungen für den Boom verantwortlich. "In gesättigten Märkten wie Europa und den USA tauschen die Leute ihre alten Telefone gegen neue Kamerahandys und UMTS-Geräte aus. In Indien oder China wächst hingegen die Zahl der Neukunden rasant." Bereits in zwei Jahren werde mehr als ein Fünftel aller Handys in den beiden Ländern verkauft werden. "Wir rechnen damit, dass Indien die Chinesen 2009 überholt", so der Analyst.

Trotz des weiter hohen Wachstums erwartet Wood einen Verdrängungswettbewerb. "Der Preisdruck ist brutal, viele der Kleineren werden das nicht überleben". Etwa 80 Prozent aller Geräte gingen auf das Konto von sechs Herstellern. Darunter sind die Platzhirsche Nokia Chart zeigen, Motorola Chart zeigen und Samsung Chart zeigen. "Nur Massenproduzenten können die sinkenden Margen verkraften", so Wood.

Thomas Hillenbrand



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