Proteste in Island "David raus!"

Die Wut ist grenzenlos: In Island haben aufgebrachte Bürger gegen die Finanzpolitik des Landes protestiert und den Rücktritt des Zentralbankchefs David Oddsson gefordert. Sie machen ihn für die katastrophale Finanzlage des Landes verantwortlich.


Reykjavik - Vor dem Gebäude der Notenbank versammelten sich am Freitag rund 200 Demonstranten und skandierten "David raus!". Zwei protestierende Frauen hielten vor der Zentralbank ein Schild mit der Aufschrift hoch: "Bleiben Sie ruhig, während wir Sie ausrauben." Sie sind nicht die Einzigen, die die Ablösung von David Oddsson, dem Chef des staatlichen Geldhauses, fordern. Der ehemalige Ministerpräsident sieht sich zudem Rücktrittsforderungen aus der Politik gegenüber.

Protestierende Bürger in Island: "David raus!"
REUTERS

Protestierende Bürger in Island: "David raus!"

"Ich glaube, dass die Direktoren der Zentralbank wiederholt Fehler gemacht haben und gehen sollten", sagte Agust Olafur Agustsson von der Allianz der Sozialdemokraten. "So lange das Top-Management der Bank über keine Glaubwürdigkeit verfügt, so lange hat die Bank auch keine", sagte der Politiker im Hörfunk.

Island ist wie kein anderes europäisches Land durch die Finanzkrise in einen Strudel gerissen worden. Der Staat steht vor der Pleite und hofft auf finanzielle Hilfe aus Russland. Die Regierung hat bereits drei Banken verstaatlicht. Die isländische Börse setzte am Donnerstag den gesamten Handel für den Rest der Woche aus. Der Kauf und Verkauf von Finanzaktien ist bereits seit Montag gestoppt.

sam/Reuters

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