Protestprojekt Bochumer Firma will 50.000 Nokia-Handys verschrotten

Symbolstarker Protest gegen die angekündigte Schließung des Bochumer Handy-Werks: Eine kleine Bochumer Start-up-Firma will einen Berg Nokia-Handys vor dem geschlossenen Gebäude aufschütten lassen - und dort zerquetschen.


Ahaus - Die Aktion, die die Betreiber der Internet-Plattform Undertool.de da planen, ist äußerst medienwirksam: Aus Protest gegen die angekündigte Schließung des Bochumer Handy-Werks wollen sie 50.000 gebrauchte Nokia-Handys zusammenklauben und auf einen Schlag vor dem derzeit geschlossenen Werkstor verschrotten. Mehrere Medien, darunter der TV-Sender N24, haben bereits Interesse bekundet.

Zerstörtes Nokia-Handy: Symbolstarker Protest
DPA

Zerstörtes Nokia-Handy: Symbolstarker Protest

Es ist zudem eine Aktion mit hohem Schaufaktor: Nach Angaben eines Sprechers von Undertool.de wird ein Fuhrunternehmen die Mobiltelefone vor die Tore des Bochumer Nokia-Werks kippen; anschließend soll ein Schrotthändler sie zerquetschen. Stattfinden soll das Ereignis, sobald die angestrebte Zahl von Geräten zusammengesammelt ist.

"Was Nokia macht, ist eine Frechheit", begründet ein Sprecher. Statt trockene Worte müssten Taten her, damit der Handy-Hersteller endlich den Ernst der Lage bemerkt. "Aus diesem Grund rufe ich alle Menschen auf: Schickt uns Euer Nokia-Handy!"

Wer sein Handy einschicken will, findet auf der Internetseite alle nötigen Instruktionen - und lernt dabei nebenher die Auktionsplattform für Dienstleistungen und Handwerker kennen.

Nokia hatte angekündigt, die Produktion von Handys aus Kostengründen zur Jahresmitte aus Bochum abzuziehen und größtenteils in ein neues Werk nach Rumänien zu verlagern. In Bochum arbeiten rund 2300 festangestellte Mitarbeiter und 1000 Leiharbeiter. Die Schließungspläne lösten in Deutschland einen Proteststurm und Boykottaufrufe gegen Nokia-Produkte aus.

ssu/AFP



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