Quelle-Erbin: Schickedanz fordert Milliarden von Sal. Oppenheim

Madeleine Schickedanz will ihr Vermögen zurück. Die Quelle-Erbin verlangt nach manager-magazin-Informationen vom Bankhaus Sal. Oppenheim und dessen Immobilienpartner Josef Esch Schadensersatz in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro. Es geht um ihre Verluste beim Pleitekonzern Arcandor.

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz (Archivbild): Beschuldigte weisen Vorwürfe zurück Zur Großansicht
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Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz (Archivbild): Beschuldigte weisen Vorwürfe zurück

Hamburg - Madeleine Schickedanz galt einst als eine der wohlhabendsten Frauen Deutschlands, doch vom Vermögen der Quelle-Erbin ist nicht mehr viel übrig. Nun will Schickedanz das Bankhaus Sal. Oppenheim und dessen Immobilienpartner Josef Esch dafür zur Verantwortung ziehen. Es geht um ihr verfehltes Aktienengagement bei dem kollabierten Handelskonzern Arcandor.

Nach Informationen des manager magazin hat Schickedanz Schadensersatzansprüche in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro angemeldet und verlangt außerdem die Erstattung von bereits erfolgten Kredittilgungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro. Außerdem will sie die Stellung von Sicherheiten aus ihrem Privatvermögen im Wert von mehr als 200 Millionen Euro rückgängig machen.

Den Informationen zufolge ließ Schickedanz ihre Anwälte bereits im vergangenen Jahr eine Klageschrift gegen Sal. Oppenheim, Esch und zwölf weitere Personen und Firmen aufsetzen, darunter die ehemaligen persönlich haftenden Gesellschafter des Instituts. In dem Klageentwurf behauptet sie, dass die Vermögensverwalter Esch und Sal. Oppenheim sie aus Eigeninteresse immer tiefer in das Arcandor-Engagement getrieben hätten, um über ihre Kundin Schickedanz an die auf sieben bis zehn Milliarden Euro geschätzten, in den Karstadt-Immobilien liegenden stillen Reserven heranzukommen.

Esch und das Bankhaus Sal. Oppenheim, das nach einer Beinahepleite heute im Eigentum der Deutschen Bank Chart zeigen steht, wiesen die Vorwürfe ebenso zurück wie einige der ehemaligen Bankleiter.

Die Klageschrift wurde bislang nicht bei Gericht eingereicht, wohl aber dem Bankhaus und anderen möglichen Beklagten zugestellt, um Druck für mögliche Vergleichsgespräche aufzubauen. Eigentlich hätte Schickedanz bis zum Jahresende 2011 klagen müssen, weil zu diesem Zeitpunkt mehrere von ihr angeprangerte Tatbestände zu verjähren drohten. Kurz vor Silvester 2011 haben ihre Anwälte beim Oberlandesgericht Köln einen Antrag auf Festlegung des Gerichtsstandes in dieser Sache gestellt. Wegen der Vielzahl der potentiellen Beklagten wären mehrere Orte in Frage gekommen. Durch den Antrag ist die Verjährung vorerst gehemmt.

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insgesamt 90 Beiträge
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1. Klagt
wolly21 19.01.2012
Frau Schickedanz auch vor dem EU-Gerichtshof für Menschenrechte, so wie es von den Hedgefonds berichtet wird?
2. Vollkasko
Michael M 19.01.2012
Zitat von sysopMadeleine Schickedanz will ihr Vermögen zurück. Die Quelle-Erbin verlangt nach manager-magazin-Informationen*vom Bankhaus Sal. Oppenheim und dessen Immobilienpartner Josef Esch Schadensersatz in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro. Es geht um*ihre Verluste beim Pleitekonzern Arcandor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,810059,00.html
In dem Klageentwurf behauptet sie, dass die Vermögensverwalter Esch und Sal. Oppenheim sie aus Eigeninteresse immer tiefer in das Arcandor-Engagement getrieben hätten [...] Wurde sie getrieben oder hat sie sich treiben lassen? War sie nicht dazu in der Lage, Nein zu sagen? Ich glaube, viele sehr Vermögende meinen, eine Vollkaskoversicherung für ihr Vermögen zu besitzen. Wenn der "kleine Mann" ein Risiko eingeht, dann kann er hinterher auch nicht schreien "Du böse Bank hast mich falsch beraten, ich will mein Geld zurück". Zumindest dann nicht, wenn er sich des Risikos bewußt war. Und das dürfte bei der werten Dame der Fall gewesen sein. Gier frißt Hirn.
3. gleiches Recht für alle ?
MtSchiara 19.01.2012
---Zitat von Artikel--- Kurz vor Silvester 2011 haben ihre Anwälte beim Oberlandesgericht Köln einen Antrag auf Festlegung des Gerichtsstandes in dieser Sache gestellt. ---Zitatende--- Wieso darf sich Frau Schickedanz *direkt* an ein Oberlandesgericht wenden, während sich Otto Normalsterblicher in Zivilstreitigkeiten (zuerst) mit den juristischen Niederungen eines deutschen Amts- oder Landgerichtes herumplagen muß? Die juristische Qualität eines OLG hätten auch andere Bürger gerne direkt von Prozeßbeginn an zur Verfügung.
4. weil in diesem Fall
tollted 19.01.2012
Zitat von MtSchiaraWieso darf sich Frau Schickedanz *direkt* an ein Oberlandesgericht wenden, während sich Otto Normalsterblicher in Zivilstreitigkeiten (zuerst) mit den juristischen Niederungen eines deutschen Amts- oder Landgerichtes herumplagen muß? Die juristische Qualität eines OLG hätten auch andere Bürger gerne direkt von Prozeßbeginn an zur Verfügung.
das OLG lediglich mitteilt welches Amts- oder Landgericht zuständig ist. Und damit auch die Verjährung verhindert. Aber natürlich gleich wieder die Diskussion die da oben und wir hier unten, würg...
5. -
ohjeee 19.01.2012
Zitat von MtSchiaraWieso darf sich Frau Schickedanz *direkt* an ein Oberlandesgericht wenden, während sich Otto Normalsterblicher in Zivilstreitigkeiten (zuerst) mit den juristischen Niederungen eines deutschen Amts- oder Landgerichtes herumplagen muß? Die juristische Qualität eines OLG hätten auch andere Bürger gerne direkt von Prozeßbeginn an zur Verfügung.
Wenn ich mich nicht irre, und wenigstens etwas aus dem Studium behalten habe, dann liegt es am Streitwert. Ab einem bestimmten Streitwert ist direkt das OLG zuständig.
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