Rabattgesetz Mittelständler zittern

Der Wegfall des Rabattgesetzes bereitet den mittelständischen Einzelhändlern Sorgen. Sie fürchten, dass sie mit den umsatzstarken Ketten nicht mehr mithalten können.


Kaufhof-Filliale am Alexanderplatz in Berlin
DPA

Kaufhof-Filliale am Alexanderplatz in Berlin

Hamburg - Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) appellierte an die großen Handelskonzerne, ihre Marktmacht nicht rücksichtslos und wettbewerbswidrig auszunutzen. Sollten Konzerne gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen, sei mit Klagen zu rechnen, warnte der BVMW. Nach dem Rabattgesetz müsse nun auch endlich das Ladenschlussgesetz fallen.

Für das Einkaufen in Deutschland gelten von heute an neue Spielregeln. Seit der Eröffnung der Geschäfte am Morgen können die Kunden beim Einkauf um den Preis feilschen. Nach fast 70 Jahren sind das alte Rabattgesetz und die Zugabeverordnung weggefallen. Damit sind die Beschränkungen bei Preisnachlässen bis drei Prozent und Werbegeschenken ersatzlos gestrichen. Der Kunde darf die Preise frei aushandeln. Der Händler darf ihn mit höheren Rabatten und Geschenken locken.

Der Einzelhandel hat grundsätzlich die neuen Regeln begrüßt, aber darauf hingewiesen, dass die derzeit geringen Gewinnmargen wenig Spielraum für große Preisnachlässe lassen. Auch beim Sommerschlussverkauf (SSV), der am Montag beginnt, gebe es noch günstigere Schnäppchen. Der Versuch, bei solchen Niedrigpreise zu handeln, ist nach Ansicht des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) aussichtslos.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.