Rabattschlacht im Handel Schwarz-Rot will Kampfpreise stoppen

Union und SPD erwägen Maßnahmen gegen Preisdumping bei Discountern wie Aldi und Lidl. Die künftige Regierung will die ruinöse Rabattschlacht im Handel per Gesetz untersagen.


Berlin - Die Koalitionsarbeitsgruppe unter Leitung des designierten Bundesverbraucherschutzministers Horst Seehofer (CSU) und der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) habe sich auf entsprechende Maßnahmen verständigt, berichtet die "Berliner Zeitung". Demnach wollen die Koalitionäre den Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis künftig grundsätzlich untersagen.

Discounter-Kundin: Kein Verkauf unter Einstandspreis
DPA

Discounter-Kundin: Kein Verkauf unter Einstandspreis

Im Zuge einer Novelle des Kartellrechts solle der ruinöse Preiswettbewerb zwischen den Lebensmitteldiscountern begrenzt und kleinere und mittlere Betriebe vor Wettbewerbsnachteilen geschützt werden. Das Vorhaben stehe noch unter dem Vorbehalt einer Gesamteinigung zwischen Union und SPD, hieß es weiter. Sollte es umgesetzt werden, dürften die Discounter auch kurzzeitig keine Lebensmittel mehr zu Billigstpreisen anbieten.

Zwar verbietet das Kartellrecht schon heute den dauerhaften Verkauf von Produkten unter dem Einstandspreis. Doch gegen kurzfristige Aktionen, die zum Teil nur wenige Tage dauern, gibt es bislang keine Handhabe.

Unter dem sogenannten Einstandspreis versteht das Bundeskartellamt den Herstellerpreis abzüglich aller Rabatte und Vergünstigungen. Verbraucherschützer und Erzeuger fordern schon lange ein schärferes Vorgehen gegen solche Billigangebote bei Lebensmitteln.



Forum - Preisverfall - Wie geil ist Geiz?
insgesamt 289 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Juan Pérez, 31.10.2005
1.
---Zitat von sysop--- Union und SPD wollen dem Preisdumping bei Discountern entgegenwirken. Eine vernünftige Absicht gegen ruinösen Wettbewerb und sinkende Erzeugerpreise? Oder ein ungerechtfertigter Eingriff in den Markt? ---Zitatende--- Als wenn es keine anderen Probleme gibt, typisch Deutsch, für alles ein Gesetz, für alles eine Regel! Und wer bezahlt die Kosten das zu kontrollieren??? Ich denke die Staatskassen sind leer?
uli67 31.10.2005
2.
...und noch eine neue, für Gerechtigkeit zuständige Behörde. Ich tippe mal auf 20.000 Mitarbeiter, die dann die von den Unternehmen einzureichenden Nachweise für die Ermittlung der Einstandskosten von Fleischwürsten, Zahnbürsten, Wein usw. bearbeiten und dann staatlich verordnete Preisuntergrenzen festsetzen. Eine ex-ante-Preisregulierung für Produkte des täglichen Bedarfs ist ein schlechter Witz. Aber für schlechte Witze war ja Horst Seehofer schon immer bekannt...
Constantine, 31.10.2005
3. Blödsinn
---Zitat von sysop--- Union und SPD wollen dem Preisdumping bei Discountern entgegenwirken. Eine vernünftige Absicht gegen ruinösen Wettbewerb und sinkende Erzeugerpreise? Oder ein ungerechtfertigter Eingriff in den Markt? ---Zitatende--- Gibt es in unserem Land nicht wichtigere Probleme zu lösen, als ein überflüssiges Gesetz zu schaffen, dass die Konsumenten dazu zwingt sich die "Geiz ist geil" Angebote per Internet im Europäischen Ausland zu bestellen?
ZoCha, 31.10.2005
4. Geiz war geil!
Die Politik sollte nicht in diesen Bereich eingreifen. Die Discounter haben den Wandel der Zeit doch schon längst erkannt. Die Masche "Geiz ist geil" zieht schon einige Zeit nicht mehr. Statt dessen wird das Markenbewusstsein wieder stärker. Bestes Beispiel hierfür ist die Einsicht von Aldi, die in der nächsten Zeit vermehrt auf Markenartikel setzen werden. Der Markt kann so etwas also auch alleine regeln. Eingriffe sind hier meines Erachtens nicht notwendig!
Dominik Menakker, 31.10.2005
5.
Mein Gottchen, jetzt soll Oma Lieschen auch noch verboten werden, mal bei Aldi billige Butter zu kaufen. Die Gehirnwindungen unserer Politiker scheinen mal sich mal wieder als Enddarm zu betätigen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.