Rausschmiss Bahn-Vorstände bekommen hohe Abfindungen

Drei Vorstände verlassen die Bahn für einen Neubeginn nach der Datenspähaffäre. Der Abschied wird ihnen durch Abfindungen erleichtert. Norbert Bensel erhält zwei Jahresgehälter, Otto Wiesheu etwas weniger - Margret Suckale verzichtet auf die Abfindung.


Berlin - Nach der Datenaffäre trennt sich die Deutsche Bahn von drei Vorstandsmitgliedern. Zum 31. Mai verlassen Norbert Bensel, Margret Suckale und Otto Wiesheu das Unternehmen, als Abfindungen würden vertragskonform zwei Jahresgehälter gezahlt, hatte Aufsichtsratschef Werner Müller gesagt, bei Wiesheu etwas weniger, da sein Vertrag schon 2010 endet.

Margret Suckale: Verzicht auf zwei Jahresgehälter
DPA

Margret Suckale: Verzicht auf zwei Jahresgehälter

Margret Suckale geht ohne Abfindung. "Ich habe den Aufsichtsratsvorsitzenden im April gebeten, meinen Vertrag aufzulösen, weil ich zu BASF wechseln will", teilte Suckale auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. "Ich habe daher keine Abfindung gefordert und auch nicht erhalten."

Suckale, 52, ist seit Juni 2008 Personalvorstand der Bahntochter DB Mobility Logistics, die für den vorerst geplatzten Börsengang gegründet worden war. Zuvor hatte sie diese Aufgabe im Mutterkonzern innegehabt und war vor allem während des monatelangen Tarifkampfs mit der Lokführergewerkschaft GDL ins Rampenlicht getreten. Den Wechsel zum Chemiekonzern BASF hatte ihr künftiger Arbeitgeber bereits am 7. Mai bekanntgegeben. Suckale soll bei dem Chemiekonzern zum 1. Juli die Leitung der Zentraleinheit für die Führungskräfte weltweit übernehmen.

Bahn-Aufsichtsratschef Müller hatte betont, keinem wegen der Datenaffäre ausscheidenden Vorstandsmitglieder sei ein "aktives persönliches Fehlverhalten" vorzuwerfen. Daher gebe es auch keine Grundlage für Überlegungen, Schadenersatzansprüche zu erheben.

Die Rücktrittsangebote der Manager seien angenommen worden, um einen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen. In die Ressortzuständigkeit Wiesheus hatten der Datenschutz und die Konzernsicherheit gelegen, wie Suckale war zuvor auch Bensel Personalvorstand.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßte das Vorgehen des neuen Bahnchefs Rüdiger Grube. Dieser habe "mit aller Konsequenz diejenigen zur Verantwortung gezogen, die mit diesem Datenskandal in Verbindung gestanden haben", sagte Tiefensee im ARD-"Morgenmagazin". Aufsichtsratsmitglied Georg Brunnhuber sagte dem Hessischen Rundfunk, Grube sei auf gutem Weg, das Vertrauen der Mitarbeiter wieder herzustellen.

Die Gewerkschaft Transnet dringt darauf, schnell Klarheit über einen neuen Personalvorstand zu schaffen. Die Arbeitnehmervertreter müssten eine Mitsprache bei der Auswahl haben, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner im Deutschlandfunk. Unabhängig von der Datenaffäre scheidet auch der erkrankte Personalvorstand Norbert Hansen aus. Die neuen Vorstände sollen bei einer Aufsichtsratssitzung am 25. Mai berufen werden.

ore/dpa

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Seite 1
Reziprozität 02.04.2009
1.
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
Man weiss sehr wenig ueber Herrn Grube und kann sich demzufolge der Beurteilung nicht sicher sein. Dies gilt nicht fuer Herrn Sarrazin, der ja auch als Kandidat gehandelt wurde. Dem haette ich es zugetraut.
uwp-berlin 02.04.2009
2.
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
... es können qua Herkunft und Qualifikation sowieso nur die Kameraden der Automobilindustrie oder die Herren der Luftflotte für das sorgen, was die Schiene braucht. Von Danaergeschenk sollte da keiner reden.
Rainer Eichberg 02.04.2009
3.
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
Der ewige Fehler ist doch zu glauben, daß Entscheidungen von einer einsamen Person an der Spitze getroffen werden. Herr Grube hat sich anderswo längst seine Meriten verdient. Jetzt steht er halt der Bahn vor. Na und? Das ist wie dem Bundeskanzler oder dem Bundes-Horst: Die müssen vor die Kamera treten und was rein sprechen. Am Entscheidungsprozess sind sie doch nur marginal vertreten.
chagall1985 02.04.2009
4. Meine Einschätzung von Mehdorn!
Er hat es geschafft die Bahnhöfe vom Schmuddelimage zu befreien (zumindest die grossen). Er hat es geschafft, dafür zu sorgen das man sich gerne in die Bahn setzt. ER hat aus vergammelten IC hochmoderne ICE gemacht. Wo er absolut versagt hat: Es ist keine Leistung mit einem quasi Monopolisten Gewinn zu machen wenn man ständig die Preise über der Inflationsrate erhöht. Es ist absolut verfehlte Politik ICE3 zu kaufen und die auf strecken fahren zu lassen wo sie genauso dahinkriechen wie ein IC. Dabei aber 40% mehr Geld kosten. Ein schicker und moderner Bahnhof ist auch wenig wert wenn die Preise für die Ticktets ständig steigen und die Ausfälle und Verspähtungen auch nicht besser werden. Ein ICE Fahrpreis bei dem man einem Stehplatz im Gang mit 5 Cm Bewegungsfreiheit bekommt ist eine Frechheit. Das Tarifsystem der Bahn ist ebenfalls auf Mehdorn Mist gewachsen und eine absolute Frechheit und Caos pur. Alleine die Trennung der Fahrpreise bei Schalter und Internetbuchung sind keinem zu vermitteln. Nicht das die Preise sich nicht unterscheiden dürfen! Aber das ein Schaltermitarbeiter keinen Zugriff und keine Ahnung von Internetangeboten hat ist ein Witz!! Im Grunde steht die Bahn durch Mehdorn am Abgrund! Begründung: Die Bahn ist ein Zomie ähnlich wie die Lufthansa in den 90'er Jahren. Wenn der erste grosse Konkurrent kommt und wie Ryanair die BRanche durchwirbelt trudelt die Bahn in den Abgrund. Die Menschen wollen schnell, verlässlich und günstig von einem Ort zum anderen kommen. Die Bahn ist durch die mangelnden Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht schnell. Die Bahn ist nicht verlässlich. (KOnkurrenten wie die NWB machen es vor) Und günstig ist die Bahn schon gar nicht! Ich komme mit dem Flieger von Bremen nach Finnland für den Preis den die Bahn nach Hamburg verlangt!
Sgt_Pepper, 02.04.2009
5. ?
Zitat von sysopBahn-Chef Mehdorn ist zurückgetreten, jetzt soll Rüdiger Grube die Bahn in die Zukunft führen. Ist der Daimler-Mann der Richtige für den Job?
Ob Herr Grube der richtige Mann für die DB ist, sollte man in ca. einem Jahr wissen. Das heute zu beantworten, ist unmöglich.
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