Reaktion auf US-Zinssenkung Öl, Euro, Gold - Rekordjagd an den Märkten

Höchststände überall: Die Devisen- und Rohstoffmärkte haben massiv auf die neue Zinssenkung der US-Notenbank reagiert. Euro und Öl notieren so hoch wie nie - Gold kostet so viel wie seit 1980 nicht mehr.


Singapur - Der Ölpreis steigt und steigt. Was auch immer zu diesem Thema geschrieben wird, schon Stunden später kann es überholt sein. "Öl über 94 Dollar" titelt die "Financial Times" heute auf ihrer Seite eins. Während die Zeitung noch ausgeliefert wurde, war die Meldung längst passé.

Ölhändler in New York: Wann fällt die 100-Dollar-Marke?
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Ölhändler in New York: Wann fällt die 100-Dollar-Marke?

Denn es gibt ein neues Rekordhoch: Im asiatischen Handel stieg der Ölpreis am Morgen erstmals über die Marke 96 US-Dollar. Auch im Computerhandel der New Yorker Rohstoffbörse erreichte der Preis 96,24 Dollar, ehe er wieder leicht zurückfiel. Damit ist Öl innerhalb von 24 Stunden sechs Dollar oder fast sieben Prozent teurer geworden. Seit August beträgt der Zuwachs 35 Prozent. Nun wird spekuliert, wann die Marke von 100 Dollar zum ersten Mal überschritten wird.

Gründe für einen weiteren Preisanstieg finden die Händler zuhauf: Sie sprachen davon, dass die Daten zu den Öllager-Bestandsdaten der USA am Mittwoch enttäuscht hätten. Dem wöchentlichen Bericht des US-Energieministeriums zufolge fielen die Öl-Reserven des Landes um insgesamt 3,9 Millionen Barrel. Analysten hatten mit einem Anstieg um 100.000 Barrel gerechnet. Fallende Bestände schüren Sorgen über Versorgungsengpässe in der Heizperiode. Allerdings sind die Bestände an Fertigprodukten wie Benzin und Heizöl deutlich gestiegen.

Auch die Zinssenkung der US-Notenbank vom Mittwochabend habe die Ölpreise weiter getrieben, hieß es. Die Leitzinssenkung werde die US-Konjunktur stützen und mithin die Nachfrage nach Ölprodukten steigen lassen.

Nach der zweiten Zinssenkung in den USA innerhalb von sechs Wochen hat auch der Euro Chart zeigen einen neuen Höchststand von mehr als 1,45 Dollar erreicht. Die europäische Währung sprang schon am Mittwochabend an den New Yorker Finanzmärkten auf 1,4503 Dollar - am Donnerstag gab sie zunächst etwas nach.

Auch der Goldpreis ist nach der Zinssenkung auf lange nicht erreichte Höhen geklettert. Erstmals seit 1980 musste man mehr als 800 Dollar je Unze zahlen. Im nachbörslichen Handel kletterte der Preis am Mittwoch an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex auf 800,80 Dollar je Unze. Händler nannten die Furcht vor einer Steigerung der Inflationsrate als einen Grund für den Preisanstieg.

Der Aktienmarkt in Frankfurt eröffnete positiv, gab im Verlauf des Vormittags aber nach. Gegen 10.30 Uhr notierte der Dax Chart zeigen bei 7985 Punkten, ein Minus von 0,43 Prozent. Zu den größten Verlierern gehörten einerseits Finanztitel wie die Postbank Chart zeigen und die Deutsche Bank Chart zeigen. Volkswagen verlor fast 2,5 Prozent auf 197,90 Euro. Lufthansa Chart zeigen-Aktien gaben um 1,3 Prozent auf 20,39 Euro nach.

itz/Reuters/dpa-AFX/AP

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