Axel Sven Springer: "Friede soll sich überlegen, dass das nicht toll gelaufen ist"

Axel Sven Springer fühlt sich um sein Erbe betrogen, nun meldet er sich erstmals in einem Interview zu Wort. Sein Großvater habe "ein verdammtes Recht" darauf, dass sein letzter Wille umgesetzt werde, sagt der Enkel des Großverlegers im SPIEGEL - und kritisiert Haupterbin Friede Springer.

Wegen des Erbes vor Gericht: Axel Sven Springer, Enkel des Verlagsgründers Axel Springer Zur Großansicht
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Wegen des Erbes vor Gericht: Axel Sven Springer, Enkel des Verlagsgründers Axel Springer

Hamburg - Axel Sven Springer, 46, der Enkel des verstorbenen Großverlegers Axel Cäsar Springer, fühlt sich um sein Erbe betrogen. Er veröffentlicht an diesem Donnerstag im Verlag Haffmans & Tolkemitt sein Buch "Das neue Testament". Darin schreibt er über den jahrelangen Rechtsstreit mit der Verlegerwitwe Friede Springer um das Erbe seines Großvaters.

Dem SPIEGEL sagte er im Interview, das Buch habe er jetzt publiziert, weil es Zeit sei, "einer breiten Öffentlichkeit zu erklären, warum ich sieben Jahre lang wegen des Erbes prozessiert habe". Es ist das erste Interview des Verlegerenkels überhaupt.

Axel Sven Springer hatte 1985, kurz nach dem Tod Axel Cäsar Springers, einem angeblich von seinem Großvater stammenden, notariell nicht beglaubigten Testament zugestimmt, obwohl es ein beglaubigtes früheres Testament gab. Nach der neuen Regelung erhielt Axel Sven Springer fünf Prozent des Erbes seines Großvaters, nach dem ursprünglichen Testament hätten ihm 25 Prozent zugestanden.

"Ein verdammtes Recht"

"Ich wusste damals nicht, was ich heute weiß", sagte der Enkel dem SPIEGEL. "Es geht einfach darum, dass der letzte Wille meines Großvaters nicht so umgesetzt wurde, wie er hätte umgesetzt werden müssen. Darauf hat er aber ein verdammtes Recht."

Vor Gericht war Axel Sven Springer 2008 mit seinen Vorwürfen gescheitert. Der letzten Ehefrau seines Großvaters - Haupterbin Friede Springer - wirft er vor: "Sie hat hingenommen, dass mir Unrecht angetan worden ist." Von der Verlegerwitwe erwarte er nun, dass sie mit ihm das Gespräch suche. "Ich hoffe, dass sich in ruhigen Momenten auch Friede mal überlegen wird, dass das nicht so toll gelaufen ist."

Axel Sven Springer ist gelernter Journalist und Kaufmann. Er hatte bei der "Bild"-Gruppe gearbeitet, zog sich aber 2002 wegen der Prozesse zurück. Ob es einen Wiedereinstieg beim Verlag gebe, werde die Zeit zeigen. "Wenn man mit Friede Springer nicht harmoniert, wird es schwierig beim Axel-Springer-Verlag."

Aus Anlass des 100. Geburtstags seines Großvaters am 2. Mai fordert der Enkel mehr Dankbarkeit der Verlagsmanager für den Gründer. "Ich habe das Gefühl, dass jenseits der großen Jubiläen nicht mehr so gern an den Verleger gedacht wird, einige sonnen sich lieber im eigenen Glanz. Etwas mehr Dankbarkeit fände ich angemessen."

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1. Also, was ist denn passiert?
irreal 15.04.2012
Zitat von sysopAxel Sven Springer fühlt sich um sein Erbe betrogen, nun meldet er sich erstmals in einem Interview zu Wort. Sein Großvater habe "ein verdammtes Recht" darauf, dass sein letzter Wille umgesetzt werde, sagt der Enkel des Großverlegers im SPIEGEL - und kritisiert Haupterbin Friede Springer. Verleger-Enkel Axel Sven Springer: "Friede sollte sich mal überlegen, dass das nicht so toll gelaufen ist" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,827653,00.html)
Axel Springer seine BILDzeitung war das Blatt des kleinen Mannes und dieses journalistische Forum unterstützte den kleinen Mann und es war eben ein MANN, der das auf die Beine stellte. Was ist nun heute die BILDzeitung? Die Wiedergabe einer Frau die das Erbe auf Grund von Geburt annehmen mußte (wohl) und nun ganz weiblich solidar und human die niedersten Gefühle des Menschen anspricht um selbst ihre Auflage und MACHT zu demonstrieren. Irgendjemand sagte mal im TV in einem Interview, der da Axel Springer noch persönlich kannte, dass dieser sich im GRABE umdrehen würde, wenn er wüßte was aus seiner BILD geworden ist. Somit finde ich sollten Erbschaften in solchen Bereichen einfach abgeschafft werden, um Erbschaften nur auf Grund von geburt ohne LEISTUNGSBEREICH nicht ermöglicht werden um endlich die Menschheit vor solch rein gierig bekloppten Verrückten zu schützen um damit endlich mal die Menschen einen Quantensprung schaffen können. MFG
2. Echt hart
vogelskipper 15.04.2012
Zitat von sysopAxel Sven Springer fühlt sich um sein Erbe betrogen, nun meldet er sich erstmals in einem Interview zu Wort. Sein Großvater habe "ein verdammtes Recht" darauf, dass sein letzter Wille umgesetzt werde, sagt der Enkel des Großverlegers im SPIEGEL - und kritisiert Haupterbin Friede Springer. Verleger-Enkel Axel Sven Springer: "Friede sollte sich mal überlegen, dass das nicht so toll gelaufen ist" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,827653,00.html)
Das ist natürlich echt hart, wenn man nur 5% vom Erbe des Großvaters bekommt! Erst dachte ich, dass der arme Bub nur ein paar Millionen bekommt, so zwischen 5 und 10, aber aus Neugier googelte ich nach dem Springer Vermögen und das beläuft sich auf mehrere Milliarden! Da sind dann 5% irgend etwas zwischen 100-? Millionen. Für den Club der Superreichen wird das leider nicht langen, aber ohne irgend etwas davon selber erarbeitet zu haben, sind so viele Millionen doch kein schlechtes Geschäft. Der Bub soll also sein Buch einstampfen und zufrieden sein, denn es gibt genug Menschen in diesem Land, die weder vom Großvater noch vom Vater einen Cent erben.
3. von Beruf Enkelmännchen
Demokratischer_Beobachter 15.04.2012
"Es geht einfach darum, dass der letzte Wille meines Großvaters nicht so umgesetzt wurde, wie er hätte umgesetzt werden müssen. Darauf hat er aber ein verdammtes Recht." Natürlich hätte Enkelmännchen genauso argumentiert, wenn die Prozente UMGEKEHRT gewesen wären und es sich von 25 % auf 5 % VERSCHLECHTERN würde, schließlich möchte seine Schein-Heiligkeit ja nur den LETZTEN WILLEN von Opa umsetzen, und ganz bestimmt nicht einfach nur mehr Geld für's Nichtstun (= nur-Enkel-gewesen-sein) erheischen. Solche niederen Motive zu vermuten, wäre niederträchtig.
4. Unfassbar
bn 15.04.2012
Unfassbar. Ein reicher Mann, der Reich durch Erben wurde, schreibt ein Buch darueber, dass er gerne noch ein bisschen reicher und einflussreicher waere. Wer soll das lesen? Zusaetzlich fordert dieser Mann "Dankbarkeit" gegenueber seinem Grossvater. 1) Dankbarkeit kann man ueberhaupt nicht fordern. Sie ist da oder sie ist nicht da. 2) Dankbarkeit gegenueber einem Toten? Was soll das? Man hat den Eindruck, er will eine Art Personenkult, die ein wenig auf ihn als Enkel abfaerbt. Naja, die Menschen duerfen machen, was sie wollen. Wenn sie sein Buch kaufen wollen, bitte.
5. Quantensprung
stuhlsen 15.04.2012
[....um damit endlich mal die Menschen einen Quantensprung schaffen können." Ein "Quantensprung" ist die denkbar kleinste (!) Veränderung. Bin sicher, Sie meinten eine große Veränderung. Wird leider immer wieder falsch gebraucht.
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