Reichen-Debatte SPD will Manager-Gehälter eingrenzen

Der Streit um üppige Gehälter für Führungskräfte bewegt auch die Sozialdemokraten: Sie wollen durch gesetzliche Änderungen eine Verringerung der Spitzen-Vergütungen erreichen. Eine gesetzliche Obergrenze des Manager-Einkommens lehnen sie jedoch ausdrücklich ab.


Berlin - Die Höhe von Managergehältern und -abfindungen soll nach den Vorstellungen der SPD durch Änderungen des Steuer-, Aktien- und Handelsrechts begrenzt werden. Das geht aus dem vorläufigen Abschlussbericht der eingesetzten Arbeitsgruppe hervor, den das Parteipräsidium am kommenden Montag verabschieden will, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Offen ist allerdings, ob die Union bei dem Vorhaben mitmacht.

Laut dem Bericht sollen die Unternehmen Vorstandsgehälter und -abfindungen künftig nur noch bis zu einer Höhe von einer Million Euro pro Kopf komplett von der Steuer abziehen dürfen. Darüber hinausgehende Beträge können nur noch zur Hälfte beim Finanzamt geltend gemacht werden. Für große Firmen ergäbe sich daraus eine Mehrbelastung von mehreren Millionen Euro. Eine gesetzliche Obergrenze für Managerbezüge, wie sie die Linke fordert, lehnt die Arbeitsgruppe dagegen ausdrücklich ab.

Ausgelöst worden war die Gehaltsdiskussion im vergangenen Herbst unter anderem durch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Er soll im zurückliegenden Geschäftsjahr rund 60 Millionen Euro verdient haben - mehr als das Tausendfache des Durchschnittslohns in der Automobilindustrie.

cai/afp



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