Immer mehr Multimillionäre Die Deutschen erben sich reich

In Deutschland gibt es mehr als 19.000 Multimillionäre - so viele wie nirgendwo sonst in Europa. In den USA verdienen sich die Reichen ihr Vermögen überwiegend selbst, hierzulande ist das anders.

Von und (Grafiken)

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Hamburg - Die Zahl der Reichen mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar ist weltweit kräftig gestiegen. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten World Ultra Wealth Report von Wealth-X und UBS gab es 2014 rund 211.000 solcher Multimillionäre - sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen kommt diese Gruppe auf ein Vermögen von knapp 30 Billionen Dollar.

Die Tendenz des steigenden Reichtums gilt laut der Studie für alle Weltregionen - auch in Afrika, Südamerika und Asien geht es mit dieser Gruppe kräftig nach oben.

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Deutschland hat nach den USA weltweit die zweitmeisten Multimillionäre - im Fachjargon der Banker "Ultra High Net Worth Individuals" genannt. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf rund 19.000. Zusammen verfügen diese besonders reichen Deutschen über ein Vermögen von gut 2,5 Billionen Dollar - zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

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In Deutschland ist der Anteil der Reichen, die ihr Vermögen geerbt haben, besonders groß. Laut der Studie haben gut 28 Prozent der deutschen Multimillionäre ihren Wohlstand allein dem Erbe zu verdanken. Das ist - neben der Schweiz - der höchste Wert aller untersuchten Länder. Bei 31 Prozent geht der Reichtum demnach auf eine Mischung aus Erbe und selbsterwirtschaftetem Vermögen zurück. Lediglich 41 Prozent haben es ohne Erbe zu Reichtum gebracht.

Zum Vergleich: In den USA oder Großbritannien beträgt der Anteil der Self-Made-Multimillionäre jeweils rund drei Viertel.

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Besonders viele Multimillionäre sind laut Studie in Deutschland in München, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart zu Hause. Alle vier Städte gehören mit mehr als 1000 besonders reichen Personen zu den Top Ten in Europa. Einsam an der Spitze liegt dort allerdings London mit gut 6800 Multimillionären. Weltweit gibt es nur in New York mehr von ihnen (8655).

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Auch sonst verrät die Studie einiges über die wirklich Reichen dieser Welt. So sind 87 Prozent von ihnen Männer und nur 13 Prozent Frauen. 91 Prozent sind verheiratet, nur vier Prozent geschieden. Im Durchschnitt hat jeder Multimillionär 2,2 Kinder und 1,9 Enkelkinder. Etwa jeder Fünfte hat sein Geld in der Finanzbranche verdient. Und zusammengenommen gibt die Gruppe jedes Jahr 25 Milliarden Dollar für Schmuck und 22 Milliarden Dollar für Yachten aus.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 214 Beiträge
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Seite 1
Creedo! 19.11.2014
1. hm ...
Wenn in den USA eine Multimillionär stirbt, vererbt er sein Vermögen dann nicht? Und die in Deutschland vererbten Millionen, wurden die nicht auch mal erarbeitet? Aber vielelicht zählt in den USA ja auch eine "forcierte" Erbschaft als erarbeitet.
rus13 19.11.2014
2.
Eine Verteilung des Vermögens würde so viele Probleme lösen. Wenn man das Vermögen bis auf eine bestimmte Grenze einkassiert ( die Grenze muss nichtmal so klein sein, 30 Millionen ist immernoch extrem viel) und den Rest des Geldes wieder der Wirtschaft zuführt (Investitionen etc), so würde die Konjunktur in die Höhe schießen. Man könnte z.b. jede Straße sanieren, Schulen und Kindergärten bauen usw. Dafür braucht man natürlich überall Arbeiter, die dann auch bezahlt werden. Den Lohn geben sie dann auch wieder aus usw usw. Ein großes Vermögen ist relativ unproblematisch, solange es nicht im Keller gebunkert wird, sondern seinen Weg in die Wirtschaft findet. Das Problem ist natürlich kein deutsches Problem, sondern ein globales Problem. Wenn die reichsten 85 Personen so viel besitzen wie die ärmsten 3,5 Milliarden, so kann mir keiner irgendwas von Verhältnismäßigkeit oder von Fairness erzählen.
wurzelbär 19.11.2014
3. Es ist das System, was sie dazu machte !
System und Gesetze - die die breite Masse des Volkes verarmen, um einigen "Wenigen" im Zusammenspiel von Unwissenheit, Macht und diktatorisches Zwangsabgaben-Enteignung-System unter Strafandrohung dazu machte ! Diese primitive Art der Staatsdiktatur besteht schon seit über tausend Jahre. Sie wird solange bestehen, wie das Volk selbst sich immer dem "betreuten Denken" beugt und keine Verantwortung übernehmen möchte !
shanghaijerk 19.11.2014
4. immer das gleiche Klagelied
ergo: ich muss mich für die Leistung der "Vererbenden" schämen - um es mit der neuen "Toleranz" Schwachsinnswelle auszudürcken: finanzielle Leistungen der "Älteren" sind nicht sittsam - ausser es handelt sich um Steuern! Es lebe der Geldtransfer ins Ausland!!!!!
romanpg 19.11.2014
5.
und was will uns der Artikel damit sagen? Das wir nochmehr Erbschaftssteuern brauchen, damit ganzen Millionenvermögen umverteilt werden können?
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