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Rekord-Rückgang: Stahlproduktion bricht um mehr als 50 Prozent ein

Es ist der stärkste Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik: Die deutsche Stahlindustrie hat ihre Produktion um 53,1 Prozent gedrosselt. Grund sind die Absatzkrisen in der Autoindustrie und im Maschinenbau.

Berlin - Die Zeichen für ein Ende des Konjunkturabsturzes mehren sich derzeit, Ökonomen hoffen auf eine Bodenbildung der Krisenkurve - für den April allerdings hat die deutsche Stahlindustrie noch einmal desaströse Zahlen vorgelegt.

Hüttenwerk in Duisburg: Produktionsniveau der fünfziger Jahre
DDP

Hüttenwerk in Duisburg: Produktionsniveau der fünfziger Jahre

Um ganze 53,1 Prozent ist die Produktion im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. "Das ist der stärkste Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik", sagte ein Statistiker. Insgesamt wurden 1,88 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt - so wenig wie zuletzt in den fünfziger Jahren. Verglichen mit dem Vormonat zog die Produktion kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent an. Der Anstieg sei allerdings auf Sondereffekte zurückzuführen und deshalb kein Signal für eine Trendwende, sagte der Statistiker.

Die Flaute bei wichtigen Abnehmern wie Autoindustrie und Maschinenbau hat die deutsche Stahlbranche mit ihren Branchenführern ThyssenKrupp und Salzgitter in die Krise gestürzt. Viele ihrer Anlagen sind derzeit nur zur Hälfte ausgelastet. Tausende Stahlarbeiter sind in Kurzarbeit.

Deutsche Industrie mit erstem Umsatzplus seit August 2008

Die deutsche Industrie hat dagegen erstmals seit über einem halben Jahr ihren Umsatz gesteigert. Das Verarbeitende Gewerbe nahm im März 1,5 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Das war das erste Plus seit August 2008. Dabei zogen sowohl das Geschäft im Inland (plus 1,8 Prozent) als auch der Exportumsatz (plus 1,0 Prozent) an. Im Februar hatte es noch ein Minus von 4,8 Prozent gegeben. Die Zahlen sind jeweils bereinigt um Preis-, Saison- und Kalendereffekte.

Verglichen mit März 2008 brach der Umsatz mit 22 Prozent allerdings erneut stark ein. Trotz Abwrackprämie liefen die Geschäfte in der Autoindustrie am schlechtesten: Sie nahm preisbereinigt 32,2 Prozent weniger ein, weil das wichtige Auslandsgeschäft noch immer lahmt.

ssu/Reuters

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