Rekordwert: Bundesbürger besitzen 4768 Milliarden Euro

Die Deutschen haben so viel auf der hohen Kante wie noch nie seit der Wiedervereinigung: Laut Bundesbank stieg das Geldvermögen der Privathaushalte allein im Sommer um fast 40 Milliarden Euro. Allerdings nahm auch die Verschuldung zu.

Euro-Scheine: Geldvermögen der Bundesbürger um fast 40 Milliarden gestiegen Zur Großansicht
dpa

Euro-Scheine: Geldvermögen der Bundesbürger um fast 40 Milliarden gestiegen

Frankfurt am Main - Der krisenbedingte Tiefpunkt Anfang 2009 ist längst vergessen: Die Privathaushalte in Deutschland haben ihr Geldvermögen in den vergangenen fünf Quartalen um insgesamt 350 Milliarden Euro erhöht, teilte die Bundesbank am Montag mit. "Im Ergebnis führte dies zum Ende des zweiten Quartals 2010 zu einem Geldvermögensbestand der privaten Haushalte von 4768 Milliarden Euro, dem höchsten Wert seit der Wiedervereinigung." Demnach stiegen die Geldvermögen allein von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal netto um 36,3 Milliarden Euro.

Zum Geldvermögen gehören neben Bargeld und Spareinlagen bei Kreditinstituten auch Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Investmentfonds sowie Lebensversicherungen.

Gleichzeitig nahm die Verschuldung der privaten Haushalte leicht zu: Per Saldo wurden Kredite von knapp sechs Milliarden Euro aufgenommen. Die Schulden bei Banken und Versicherungen summierten sich am Quartalsende auf etwa 1530 Milliarden Euro, blieben damit gegenüber dem Vorjahresquartal aber nahezu unverändert. Netto stieg das Geldvermögen somit auf rund 3237 Milliarden Euro.

Nach den Erkenntnissen der Bundesbank waren im zweiten Quartal vor allem Bankeinlagen einschließlich Bargeld gefragt. Sie nahmen netto um gut 21 Milliarden Euro zu und trugen damit den Großteil zur aktuellen Geldvermögensbildung bei. Das niedrige Zinsniveau dürfte den Angaben zufolge auch für den erneuten Abbau der Termineinlagen verantwortlich sein. Mit einem Minus von netto gut fünf Milliarden Euro lag der Rückgang aber deutlich unter den Abflüssen der Vorquartale.

Während die Forderungen gegenüber Versicherungen spürbar um 14,6 Milliarden Euro stiegen, zogen Deutschlands Verbraucher ihr Geld aus Wertpapieren ab: "Hauptverantwortlich dafür war das abnehmende Engagement in Investmentfondsanteilen, die per Saldo in Höhe von 3,5 Milliarden Euro verkauft wurden", erklärten die Bundesbanker. Die Mittelabzüge konzentrierten sich auf Aktien- und offene Immobilienfonds. Auf letztere dürfte nach den Angaben die Diskussionen um deren Liquidität und die vorübergehende Schließung ausgewählter Fonds belastend gewirkt haben.

wit/dpa-AFX

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Onkel Dagobert Normalsparer
forumgehts? 08.11.2010
Zitat von sysopDie Deutschen haben so viel*auf der hohen Kante*wie noch nie seit der Wiedervereinigung:*Laut Bundesbank*stieg das Geldvermögen der Privathaushalte allein*im Sommer um fast 40 Milliarden Euro - vor allem Bankeinlagen waren gefragt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,727964,00.html
Na, dann kann es ja jetzt so langsam wieder losgehen mit der Hyperinflation. Jeder Deutsche ein Phantasttrilliardär!
2. soso
rwdd 08.11.2010
Zitat von sysopDie Deutschen haben so viel*auf der hohen Kante*wie noch nie seit der Wiedervereinigung:*Laut Bundesbank*stieg das Geldvermögen der Privathaushalte allein*im Sommer um fast 40 Milliarden Euro - vor allem Bankeinlagen waren gefragt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,727964,00.html
Da kann ich nur immer wieder sagen. Staatsschulden mit Bürgervermögen tilgen und dann ordentlich Steuern senken. Das ist ernst gemeint.
3. Zwei Seiten der selben Medaille
Idrisu 08.11.2010
"Gleichzeitig nahm die Verschuldung der privaten Haushalte leicht zu: Per saldo wurden Kredite von knapp sechs Milliarden Euro aufgenommen." Das es immer noch nicht durchgedrungen ist, dass da wo Geld auf der Bank liegt und man hierfür Zinsen erwartet, auf der anderen Seite dieses Geld in Form von Krediten an den Mann gebracht, sprich Schulden aufgenommen, werden müssen. Zurzeit haben wir eine noch nie dagewesene Menge an Vermögen, zugleich haben wir entsprechend gleiche bis höhere Schulden (durch die künstliche Geldvermehrung der Banken).
4. ...
lupenrein 08.11.2010
Zitat von sysopDie Deutschen haben so viel*auf der hohen Kante*wie noch nie seit der Wiedervereinigung:*Laut Bundesbank*stieg das Geldvermögen der Privathaushalte allein*im Sommer um fast 40 Milliarden Euro - vor allem Bankeinlagen waren gefragt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,727964,00.html
man sollte vielleicht nicht sagen 'die Deutschen', sondern auf welchen Konten in Deutschland die Billionen liegen. Diese Konten müssen nicht einmal deutschen Staatsbürgern gehören. Mit Statistik lässt sich alles machen. Etwa so: jeder Deutsche trinkt pro Jahr 180 Liter Alkohol. Wirklich jeder Deutsche ? Bedenklich ist in der hutigen Zeit immerhin, wenn mansolche Zahlen in den Raum stellt. Das kann Begehrlichkeiten nicht nur des Fiskus wecken. Derartige pauschale Zahlen geben ein völlig falsches Bild von einem 'reichen Deutschland'. In unseeren Medien wird nixhts zufällig veröffentlicht und schon gar nichtsv ist Zufall, wenn es von der Bundesbank kommt....
5. Verteilung?
MaxHeadram 08.11.2010
Und wieviel Prozent der Gesamtbevölkerung gehören 90% des ganzen Vermögens?
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