Rettungsschirm: Commerzbank zahlt Staat neun Prozent Zinsen

Der Rettungsschirm für die Commerzbank ist fertig: Das Kreditinstitut und der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung einigten sich auf die genauen Konditionen, zu denen die Bank Staatshilfen erhält. Unterstützung bekommt das Geldhaus noch in diesem Jahr.

Frankfurt am Main - Die Commerzbank bekommt eine stille Staatseinlage von 8,2 Milliarden Euro. Sie fließt zum 31. Dezember in einer Tranche und wird mit neun Prozent jährlich verzinst. Das teilte die Commerzbank am Abend mit. Neben der Geldspritze, die komplett dem zuletzt geschmolzenen Eigenkapital der Bank zugute kommt, übernimmt der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) Garantien für Schuldverschreibungen in Höhe von 15 Milliarden Euro.

Commerzbank-Logo in Berlin: Staatshilfen noch in diesem Jahr
DPA

Commerzbank-Logo in Berlin: Staatshilfen noch in diesem Jahr

Die Bank verpflichtete sich im Gegenzug, für 2008 und 2009 keine Dividende auszuschütten und Sonderkredite in einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro für den Mittelstand zur Verfügung zu stellen.

Vorstandssprecher Martin Blessing sagte, dass sein Institut das Kreditvolumen für den deutschen Mittelstand in diesem Jahr bereits um einen zweistelligen Prozentsatz auf 43 Milliarden Euro gesteigert habe. In einem "unverändert schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" nutze man das erhöhte Kernkapital nun zur Ausweitung dieses Volumens. Die Kredite würden marktüblich verzinst und bei ihrer Vergabe die bewährten Kriterien angelegt.

Falls für das Geschäftsjahr 2010 und folgende wieder Dividenden gezahlt werden sollen, würde die staatliche Einlage teurer. Der Zinssatz würde sich für je rund 4,4 Millionen Euro Bardividende um jeweils 0,01 Prozentpunkte erhöhen. Die Garantien für die Schuldverschreibungen laufen maximal über drei Jahre und müssen auch bei einer Nichtinanspruchnahme bezahlt werden.

Die Commerzbank hatte als erste große private Geschäftsbank die Staatshilfe angenommen und dabei auch Begrenzungen bei den Managergehältern akzeptiert. Durch die Finanzkrise und die Belastungen aus dem Kauf der Dresdner Bank war die Kapitaldecke der Commerzbank bis Ende September auf international vergleichsweise niedrige 7,3 Prozent geschrumpft. Sie soll durch die staatliche Hilfe auf knapp elf Prozent steigen. Auf die Geschäftspolitik soll der Staat als neuer Teilhaber keinen direkten Einfluss nehmen.

ssu/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles zum Thema Finanzkrise ab 2007
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite