Frankfurt am Main - Die Commerzbank bekommt eine stille Staatseinlage von 8,2 Milliarden Euro. Sie fließt zum 31. Dezember in einer Tranche und wird mit neun Prozent jährlich verzinst. Das teilte die Commerzbank am Abend mit. Neben der Geldspritze, die komplett dem zuletzt geschmolzenen Eigenkapital der Bank zugute kommt, übernimmt der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) Garantien für Schuldverschreibungen in Höhe von 15 Milliarden Euro.

Commerzbank-Logo in Berlin: Staatshilfen noch in diesem Jahr
Vorstandssprecher Martin Blessing sagte, dass sein Institut das Kreditvolumen für den deutschen Mittelstand in diesem Jahr bereits um einen zweistelligen Prozentsatz auf 43 Milliarden Euro gesteigert habe. In einem "unverändert schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" nutze man das erhöhte Kernkapital nun zur Ausweitung dieses Volumens. Die Kredite würden marktüblich verzinst und bei ihrer Vergabe die bewährten Kriterien angelegt.
Falls für das Geschäftsjahr 2010 und folgende wieder Dividenden gezahlt werden sollen, würde die staatliche Einlage teurer. Der Zinssatz würde sich für je rund 4,4 Millionen Euro Bardividende um jeweils 0,01 Prozentpunkte erhöhen. Die Garantien für die Schuldverschreibungen laufen maximal über drei Jahre und müssen auch bei einer Nichtinanspruchnahme bezahlt werden.
Die Commerzbank hatte als erste große private Geschäftsbank die Staatshilfe angenommen und dabei auch Begrenzungen bei den Managergehältern akzeptiert. Durch die Finanzkrise und die Belastungen aus dem Kauf der Dresdner Bank war die Kapitaldecke der Commerzbank bis Ende September auf international vergleichsweise niedrige 7,3 Prozent geschrumpft. Sie soll durch die staatliche Hilfe auf knapp elf Prozent steigen. Auf die Geschäftspolitik soll der Staat als neuer Teilhaber keinen direkten Einfluss nehmen.
ssu/dpa
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