Rezession 40 Millionen US-Amerikaner leben in Armut

Erschreckende Zahlen: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Armen in den USA auf knapp 40 Millionen Menschen gestiegen - das sind über 13 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Armut stark angewachsen.

Zeltstadt in Pinellas Park, Florida: Über 13 Prozent der US-Bevölkerung leben in Armut
REUTERS

Zeltstadt in Pinellas Park, Florida: Über 13 Prozent der US-Bevölkerung leben in Armut


Washington - In den USA gab es im vorigen Jahr gemessen an der Gesamtbevölkerung so viele arme Menschen wie seit 1997 nicht mehr: Die Zahl sei 2008 um 2,5 Millionen Menschen auf knapp 40 Millionen gestiegen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des statistischen Bundesamtes in Washington.

Das bedeutet einen Anteil von 13,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung (etwa 300 Millionen) - demnach lebt fast jeder siebte US-Bürger in Armut. Dieser Wert lag mit 13,3 Prozent zuletzt 1997 höher. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil 12,5 Prozent. Ganz besonders stark sind anscheinend Kinder und Jugendliche betroffen - im Vergleich zu 2007 müssen in dieser Gruppe 19 Prozent mehr in Armut leben.

In den vier Jahren vor 2008 hatte es keinen nennenswerten Anstieg der Armutsrate gegeben. Als arm gilt für die Statistiker jeder, der weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient. Eine vierköpfige Familie gilt als arm, wenn das Jahreseinkommen unter 22.025 Dollar liegt. Für Einzelpersonen gilt die Summe von 10.991 Dollar als Grenze. Nicht eingerechnet sind Einkünfte aus Vermögenswerten und Zuwendungen von der Regierung wie Lebensmittelmarken.

Das durchschnittliche Einkommen eines amerikanischen Haushalts ist laut dem Bericht im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 50.303 Dollar gefallen. Der Studie zufolge stieg die Armut am deutlichsten bei der Bevölkerungsgruppe der "Hispanics" an, den Einwanderern aus Lateinamerika.

Regional war der Süden der USA am stärksten von der Rezession und ihren Folgen betroffen. Im Nordosten habe es kaum einen Rückgang der Durchschnittsgehälter gegeben - obwohl die Finanzmetropole New York City als Ausgangspunkt des Wirtschaftsbebens gilt.

hut/dpa/AP



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