Rheinland-Pfalz Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

Der Bau der "Erlebniswelt" am Nürburgring verschlingt Millionen - die nach Information des SPIEGEL über einen Finanzdienstleister an Investoren geleitet werden. Verstrickt in die undurchsichtigen Transaktionen ist der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel.


Bei der Finanzierung des umstrittenen Millionenprojekts "Erlebniswelt Nürburgring" verwickelt sich der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) immer wieder in dubiose Transaktionen. Als Aufsichtsratschef der überwiegend landeseigenen Nürburgring GmbH billigte Deubel im Oktober vergangenen Jahres einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.

Allerdings wurde der Kredit nicht direkt an den Investor vergeben, sondern über den Finanzdienstleister Pinebeck im hessischen Usingen. Pinebeck reichte das Darlehen lediglich weiter und kassierte dafür eine Provision von 50.000 Euro, obwohl die Firma bei dem Deal von jedem Risiko freigestellt wurde, wie ein Anwalt der Nürburgring GmbH in einem internen Schreiben kritisch anmerkte. Auch angebliche "steuerliche Gründe" für die Umwegfinanzierung nannte er "nicht nachvollziehbar".

Pinebeck-Geschäftsführer Michael Merten, der Provisionen "grundsätzlich" nicht kommentieren mag, erhielt zudem bis Ende 2008 insgesamt rund 700.000 Euro Beraterhonorar von der Nürburgring GmbH. Für das Geld sollte er eine neue Finanzierung für das Projekt der rheinland-pfälzischen Landesregierung auf die Beine stellen. Obwohl diese Finanzierung nie zustande kam, konnte Merten das Honorar behalten.

Minister Deubel räumt ein, dies erscheine "etwas undurchsichtig", sei aber zum Vorteil des Landes: "Die Sache ist blitzsauber."

abl



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