Defizitärer Airport Rheinland-Pfalz hat Flughafen Hahn verkauft

Nach langem Hin und Her ist der Deal vollzogen: Rheinland-Pfalz hat seinen Mehrheitsanteil am Flughafen Hahn verkauft. Der Investor kommt aus China.

Flughafen Frankfurt-Hahn
DPA

Flughafen Frankfurt-Hahn


Der Verkauf des Mehrheitsanteils am defizitären Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz an eine Tochter des chinesischen HNA-Konzerns ist abgeschlossen. Bei einem Notartermin seien ausstehende Schritte zum Inkrafttreten des Vertrags vollzogen worden, teilte das rheinland-pfälzische Innenministerium mit. Damit sei der Geschäftsanteil von 82,5 Prozent auf die Käufergesellschaft übergegangen.

Den Kaufpreis von 15,1 Millionen Euro hatte die HNA-Airport Grouplaut dem Ministerium schon vor dem Vertragsschluss im März hinterlegt. Der Flughafen liegt rund 120 Kilometer von Frankfurt entfernt. Wichtigster Kunde ist Ryanair.

Der erste Anlauf für einen Verkauf des Flughafens war 2016 spektakulär gescheitert. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte Zweifel an der Seriosität des damaligen Interessenten, der chinesischen Shanghai Yiqian Trading.

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche grünes Licht für künftige Subventionen durch das Land gegeben. Bis zu 25,3 Millionen Euro Betriebsbeihilfen sind bis 2024 möglich. Ab dann sind in der EU keine Subventionen für Regionalflughäfen mehr erlaubt. Rheinland-Pfalz stellte dem Flughafen für die kommenden Jahre zudem Investitionsbeihilfen von bis zu 22,6 Millionen Euro in Aussicht.

Im vergangenen Jahr lag das Defizit des Flughafens bei 14,1 Millionen Euro, 2015 waren es 17,4 Millionen Euro. HNA will den Airport aus den roten Zahlen holen und plant eine Restrukturierung. Ob alle Mitarbeiter bleiben, ist offen.

Anders als Rheinland-Pfalz hat Hessen hat seine 17,5 Prozent bisher nicht verkauft. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit zwei Bietern behält das Land vorerst seinen Anteil.

asa/dpa

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