Rice in Davos: Gesprächsangebot an Iran

Bewegung im Iran-Konflikt: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat sich in Davos ausdrücklich zu einer diplomatischen Lösung bekannt - und direkte Gespräche angeboten.

Davos - "Letztendlich sollte und kann dieses Problem durch Diplomatie gelöst werden", sagte Rice bei ihrer Eröffnungsrede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Um Iran zum Einlenken und zur Einstellung seines Programms zur Urananreicherung zu bewegen, stellte die US-Außenministerin direkte Gespräche und "ausgedehnten Handel" in Aussicht, falls eine Bedingung erfüllt ist: "Wenn die Aussetzung (des Atomprogramms) erfolgt, werde ich meinen Kollegen zu jeder Zeit, an jedem Ort treffen, um über alles zu sprechen", sagte Rice. Eine stärkere Einladung als diese könne sie nicht machen.

Einen Tag zuvor hatten sich die fünf Veto-Mächte im Uno-Sicherheitsrat und Deutschland in Berlin auf den Entwurf für eine weitere Uno-Resolution gegen Iran geeinigt. Nach Angaben eines US-Diplomaten sieht der Text eine Verschärfung der bisher geltenden Sanktionen sowie neue Elemente vor. Bei der Bekanntgabe der Einigung hatte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) von einer Doppelstrategie gegenüber Iran gesprochen. Neben den Sanktionen werde die internationale Gemeinschaft auch die Hand zur Kooperation ausstrecken, sollte Iran für eine Zusammenarbeit bereit sein.

Das Land allerdings bleibt bisher im Atomkonflikt bei seiner Linie und spricht von "illegalen Entscheidungen". Niemand außerhalb der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA habe das Recht, sich in diese Angelegenheiten des Irans einzumischen, sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Unterdessen machte der afghanische Präsident Hamid Karsai in seiner Rede in Davos darauf aufmerksam, dass der Krieg gegen Terrorismus auch sechs Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nicht gewonnen sei. Vielmehr drohe sich der Terrorismus in Afghanistan und Pakistan unkontrolliert auszubreiten.

cjp/AFP/AP/dpa

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