Riskanter Fonds Auch Volksbanken von Finanzkrise betroffen - Union Investment droht Millionenverlust

Auch die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken müssen sich wegen der Finanzkrise auf Einbußen einstellen. Ein Fonds des Anbieters Union Investment steht möglicherweise vor dem Aus - einige Kunden verlangen per Anwalt die Rückzahlung ihrer Anteile. Das Unternehmen selbst dementiert.


Hamburg - Der auf verbriefte Kredite spezialisierte Fonds der Fondsgesellschaft Union Investment müsse möglicherweise liquidiert werden, berichtet das "manager magazin". Das könnte Verluste von rund 600 Millionen Euro verursachen.

Volksbank-Filiale: Gesamtschaden von mehr als einer halben Milliarde Euro möglich
Bernd Lammel

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Bis zu 200 genossenschaftliche Institute wären betroffen. Diese haben teilweise erhebliche Teile ihres Anlagevermögens in den 2001 aufgelegten "ABS-Invest" der Union Investment gesteckt.

Der auf verbriefte Kredite in den USA und Europa spezialisierte Fonds, der europaweit vertrieben wurde, hat ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Der Handel mit den Anteilen des Fonds wurde Ende Juli vergangenen Jahres infolge der weltweiten Finanzkrise eingestellt.

Während die deutschen Kunden die Schließung des Fonds offenbar hinnahmen, wollen einige italienische Investoren per Anwalt dagegen vorgehen. Sie verlangen die Rückzahlung ihrer Anteile. Dem ABS-Invest droht nach Informationen von "manager magazin" deshalb die Liquidierung - Union Investment hatte dies zuvor zurückgewiesen.

Angesichts der aktuellen Lage auf den Kapitalmärkten dürfte ein Zwangsverkauf des Fondsvermögens Kursverluste von bis zu 60 Prozent verursachen; der Fonds könnte somit rund 600 Millionen Euro verlieren. Viele Volksbanken haben ihre Fondsanteile bisher erst um rund fünf Prozent wertberichtigt.

Das Unternehmen selbst weist den Bericht zurück. "Wir haben überhaupt keine Klagen oder ähnliches vorliegen, was juristisch von Belang wäre", sagt ein Sprecher. Eine Zwangsliquidation sei definitiv nicht geplant. Die möglichen Verluste von 600 Millionen Euro "sind aus unserer Sicht reine Spekulation", sagt der Sprecher.



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