Chelsea-Boss Abramowitsch bekommt kein Visum für Großbritannien

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch, superreich und Besitzer des FC Chelsea, hat für Großbritannien keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr. Steckt dahinter die politische Fehde zwischen Moskau und London?

Roman Abramowitsch (Archivbild)
Getty Images

Roman Abramowitsch (Archivbild)


Die britischen Behörden haben dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch kein neues Visum ausgestellt. Das berichtet der "Guardian" unter Berufung auf russische Medien.

Die fehlende Einreisegenehmigung ist laut der russischen Nachrichtenseite "The Bell" der Grund dafür, dass der Besitzer des FC Chelsea am Samstag nicht beim Pokalgewinn seiner Mannschaft gegen Manchester United im Wembley Stadion war. Aufzeichnungen der Flugdatenwebsite ADS-B Exchange zeigten außerdem, dass Abramowitschs Boeing 767 das letzte Mal am 1. April in London gewesen sei.

Abramowitschs Vermögen wird laut "Forbes" auf 9,1 Milliarden Dollar geschätzt.

Laut einer namentlich nicht genannten Person aus dem Umfeld des russischen Geschäftsmannes hat Abramowitsch schon vor einiger Zeit ein neues Visum beantragt. Er warte allerdings noch immer auf einen positiven Bescheid.

Der Stempel im Pass sei ihm zwar nicht verwehrt worden. Der Vorgang dauere aber auffällig länger als gewöhnlich - wobei der Grund unklar sei.

Einwanderungsbehörde lehnt Stellungnahme ab

Abramowitschs Sprecher, John Mann, wollte die Berichte nicht kommentieren und nannte die Angelegenheit "persönlich". Auch die britischen Einwanderungsbehörden lehnten eine Stellungnahme ab.

Ende März, nach dem Giftanschlag auf den russischen Doppelspion Skripal, hatte die damalige Innenministerin Amber Rudd angekündigt, die Visa reicher Russen unter die Lupe zu nehmen. London beschuldigt Moskau des Attentats auf Skripal, hat aber bislang keine stichfesten Beweise dafür vorgelegt.

Das Königreich galt bislang als sicherer Hafen für russische Oligarchen und ihr Geld. Allein in London stecken Milliarden Rubel - oft aus trüben Quellen, gern geparkt in Luxusimmobilien.

löw



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