Fragwürdiger Job Grube berät Stuttgart-21-Tunnelbauer

Ex-Bahn-Chef arbeitet für eine Firma, die in seiner Amtszeit Millionenaufträge erhielt.

Rüdiger Grube
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Rüdiger Grube


Rüdiger Grube berät seit seinem Abgang als Bahn-Chef im vergangenen Jahr den Schwanauer Tunnelbauer Martin Herrenknecht, dessen Maschinen im Auftrag der Bahn zwei Tunnel für den neuen Großbahnhof Stuttgart 21 bohren.

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Heft 13/2018
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In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender hatte Grube das umstrittene Neubauprojekt gegen heftige Kritik vorangetrieben. Inzwischen ist der Ex-Bahn-Chef für den Bahn-Auftragnehmer tätig und nahm mit Herrenknecht-Vertretern offenbar an Gesprächen mit Spitzenpolitikern teil, darunter Brigitte Zypries (SPD), als sie noch Wirtschaftsministerin war, Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU). Grube soll die Tunnelbauer auch zu Treffen mit leitenden Managern der Bahn begleitet haben. Der einstige Bahn-Chef wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern, ließ aber mit rechtlichen Schritten drohen.

Eine Sprecherin des Tunnelbauers bestätigte, dass Grube "nach seinem Ausscheiden als CEO bei der Deutschen Bahn sporadisch beratend" für die Firma tätig ist. Zur Höhe der "vereinbarten Honorarsätze" mache man keine Angaben. Grube war bereits in den letzten Tagen in die Kritik geraten, als bekannt geworden war, dass er im vergangenen Jahr bei nur 30 Tagen Amtszeit über 2,3 Millionen Euro von der Bahn bekommen hatte.

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insgesamt 17 Beiträge
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rainer_daeschler 23.03.2018
1. "Ehrbarer hanseatische Kaufmann“
Wer keine Skrupel hat, ist klar im Vorteil, finanziell auf jeden Fall.
zerberus9333 23.03.2018
2. Aha mal wieder
was ist daran bemerkenswert ?? Solche Vorgänge sind in Deutschland mittlerweile üblich. Mehr gibts es da nicht mehr zu sagen außer man ändert da System grundlegend.
thomasco 23.03.2018
3.
Wie gehabt die deutsche Geld Demokratie, das es bei Grube so schnell ist doch erstaunlich, die Handelnden Geld sammler werden immer unverschämter, aber sie denken sicher sie haben es sich verdient. und bestimmt gibt es kein Gesetz auf dessen Basis mna Grube anklagen kann.
genugistgenug 23.03.2018
4. Alternative wäre Hartz IV, oder?
Mal überlegen: in einem normalen Unternehmen hätte man spätestens jetzt die Revision losgejagt und geprüft, welche Summen an Herenknecht gingen - verglichen mit anderen Projekten und gleich mal pauschal nachgefragt - "höflich und bestimmt" natürlich! .Als Steuerzahler würde ich gerne wissen, wie viel Geld an Herrenknecht ging und davon die üblichen 10% Schmiermittel annehmen. PS Wie teuer sind eigentlich die Herrenknecht Tunnelbohrmaschinen ohne Schmiermittel? Von der Qualität ganz zu schweigen, denn wer so an der Presseabteilung spart, spart sicher auch anderswo.
oberhofer 23.03.2018
5. I am from Austria
Ist der Ruf erst ruiniert lebt sich weiter ungeniert! Solche Vorgänge sind in Österreich üblich, aber in Deutschland - sehr verwunderlich. ;-)
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