Gelagerter RAG-Sondermüll BUND warnt vor Giftmüllkatastrophe im Ruhrgebiet

Deutschlands größter Naturschutzverband fürchtet eine Umweltkatastrophe im Ruhrgebiet. Ein BUND-Sprecher warnt im SPIEGEL vor hochgiftigem Sondermüll, der in der Region eingelagert sei.


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor einer Giftmüllkatastrophe im Ruhrgebiet. "Der Kohlekonzern RAG hat in den Neunzigerjahren 600.000 Tonnen hochgiftigen Sondermüll in seinen Schächten tief unter der Erde eingelagert", sagt BUND-NRW-Sprecher Dirk Jansen dem SPIEGEL. Das Gift werde von aufsteigendem Grundwasser freigesetzt. "Nun besteht die Gefahr, dass es in die Umwelt gelangt", so Jansen.

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Heft 12/2016
"Ihr da oben belügt uns doch alle"

Bei dem Giftmüll handele es sich um große Mengen Schwermetalle wie Quecksilber, um Arsen sowie Ultragifte wie Furane und Dioxine. Nach bisherigen RAG-Aussagen ist der Giftmüll in Tiefen von bis zu 1000 Metern sicher eingeschlossen. Diese Aussage sei "nicht mehr zu halten", sagt Jansen. Die Stoffe hätten schon damals "auf hermetisch abgeriegelte und überwachte Sondermülldeponien gehört".

Der BUND-Vertreter stützt sich auf ein gerade veröffentlichtes Gutachten, das vom Land Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben worden war. Das Gutachten habe "die schlimmsten Befürchtungen bestätigt", so Jansen.

Diese Meldung stammt aus der NRW-Ausgabe des SPIEGEL. In anderen Bundesländern können Sie sie in der Digitalausgabe des Magazins lesen.

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
Dorothea Galgenfuß 18.03.2016
1.
Wer wird jetzt die Bergung und Entsorgung dieses Sondermülls bezahlen? Und wird die Staatsanwaltschaft gegen RAG ermitteln?
theodortester 18.03.2016
2.
Huch! Habe mich verlesen, hier geht's ja nicht um Kernkraft. sondern um Kohle, die ist ja harmlos. ... Sterben ja auch nicht jedes jahr mehr dran, als an Fukushima, Theschnobyl und Three-mile Island zusammen (http://www.forbes.com/sites/jamesconca/2012/06/10/energys-deathprint-a-price-always-paid/#6e582a2949d2).
eurehoheit 18.03.2016
3. und wie man an den Kommentaren sieht....
...interessiert es auch keinen wirklich.Weitermachen!
alice-b 18.03.2016
4. Wieso
Frau Galgenfuß, wieso soll die Staatsanwaltschaft ermitteln? Was heute nicht-mehr rechtens ist, kann in den 1990iger Jahren rechtens gewesen sein. Deshalb, wäre ich mit solchen Aussagen zurückhaltend, es sei denn, Sie kennen das Gutachten im Detail.
opar 18.03.2016
5. Und an diesem Industrieskandal ist die SPD
Schuld, denn die kämpft ja bis heute vehement für Kohlesubventionen. Und versucht nach wie vor, alle sonstigen "Hindernisse", wie lästige Umweltschutzanforderungen, aus dem Weg zu räumen. Gerade erst hat Gabriel ein fettes Bonbon an die besonders schmutzigen Braunkohle-Manager verteilt. Ach so, und mit unserem Atommüll will man dasselbe machen. Vergraben und nach mir die Sintflut. Wann wird das Konzept mit dem Vergraben endlich wegen totaler Unfähigeit verboten?
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